Wege der Ganzwerdung

Goldtopas – Stein für den Herbst

Der goldene Oktober steht vor der Tür, dem dann der graue November folgt. Während wir im Oktober die bunten Laubwälder und das goldene Herbstlicht genießen, graut uns oft vor dem November, der uns kalt und leer erscheint. Diese „innere Leere“ hat einen energetischen Hintergrund, dessen Verständnis uns im Umgang damit helfen kann.

Energetisch betrachtet bringen die vier Jahreszeiten einerseits einen Wechsel von Wärme und Kälte mit sich, also eine Zunahme und Abnahme der Energie, sowie andererseits auch einen Wechsel von Weite und Enge, also eine Zunahme und Abnahme des (geistigen) Raums. Diese beiden Rhythmen verlaufen zeitlich versetzt:

Im Winter, das ist leicht nachvollziehbar, haben wir wenig Energie in wenig Raum. Wir ziehen uns zurück in unsere „Wohnhöhlen“, gehen wenig nach draußen und wenn, dann sind wir oft in „zusammengezogener“ Körperhaltung unterwegs. Auch unsere körperliche Energie ist nach innen zurückgezogen, um unsere lebensnotwendigen Organe vor Kälteeinwirkungen zu schützen.

Im Frühjahr, mit dem Emporsteigen der Sonne, beginnt unsere Energie nach außen zu drängen. Doch die Ausdehnung des Raumes verzögert sich noch. Die Tage sind noch kurz, die Nächte kalt, die äußeren Aktivitäten sind noch verhalten. Dieses Verhältnis von viel Energie in wenig Raum äußert sich oft in Unruhe, Spannung und Gereiztheit, die meist erst mit dem Ergrünen der Natur ausgeglichen wird.

Im Sommer haben wir dann viel Energie in viel Raum. Alle Aktivität und Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet. Das Leben spielt sich draußen ab, es ist warm bis heiß und unsere Aktionsradien sind viel größer als im Winter. Auch die Energie unseres Körpers zirkuliert nun an der Oberfläche, um überschüssige Hitze abzuleiten. Daher bekommt man, nebenbei bemerkt, „Sommergrippen“ häufig durch Eiscreme und gekühlte Getränke, welche die nun schutzloseren inneren Organe auskühlen.

Im Herbst, mit dem Sinken der Sonne, nimmt auch unsere Energie wieder ab und zieht sich zusammen. Der Raum bleibt jedoch noch weit, noch versuchen wir, die nach außen gerichtete Aktivität und die Aktionsradien des Sommers zu erhalten. Dadurch haben wir wenig Energie in viel Raum – und genau das führt zum Empfinden der Kälte, Leere und Schutzlosigkeit.

Was ist folglich zu tun? Die beste Lösung in solchen Fällen ist immer, dem natürlichen Prozeß der Energie zu folgen. Das bedeutet, im Herbst den Blick bewußt nach innen zu richten: Über sich selbst nachzudenken; das Leben zu reflektieren; darauf zu achten, daß die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllt werden, insbesondere die tief empfundenen wie Nähe, Zuwendung und Berührung; mit sich selber achtsam und wohlwollend umzugehen. Denn wenn es außen kalt und dunkel wird, dann muß das, was uns wärmt und erhellt, von innen kommen. Und dort finden wir auch unsere innere Flamme – wir müssen nur hineinsehen. Der Herbst ist daher auch eine besonders gute Zeit zur Meditation.

Das ist nun oftmals leichter gesagt, als getan. Ein Stein, der uns in dieser Zeit gerade bei der Innenschau und dem Entzünden der inneren Flamme unterstützt, ist der Goldtopas. Topas hilft, Raum und Energie einander anzugleichen, so daß ein harmonisches Verhältnis entsteht. Das erleben wir einerseits als eine „Sicherung des Raumes“, d.h. wir fühlen uns stabil, sicher und geschützt sowie gefeit gegen äußere Einwirkungen, und andererseits als eine „Erfüllung des Raumes“, d.h. wir haben genügend Energie für unsere Vorhaben, bleiben kreativ und selbstbewußt, und ziehen Kraft aus unseren Ideen, Gaben und Fähigkeiten. Nicht umsonst gelten Topase aller Art als Steine der Selbstverwirklichung und zur Erkenntnis des inneren Reichtums.

Goldtopas bringt dazu noch eine warme und strahlende Qualität hinzu. Er hilft, das Positive in sich zu sehen, die Stärken in den eigenen Schwächen zu entdecken, das Leben mit wohlwollenden Augen zu sehen und in der Nacht nicht das Dunkel zu fürchten, sondern sich an den Sternen, am Mond oder am Kerzenschein zu erfreuen. Es braucht nur ein wenig Licht, um viel Dunkel zu vertreiben – diese einfache Wahrheit macht uns Goldtopas bewußt und er richtet unser Bewußtsein auf die kleinen Lichter in uns, so daß wir sie nähren und wachsen lassen.

Goldtopas ist daher genau der richtige Stein für den Wandel im Herbst, den Wandel vom goldenen Oktober zum grauen November. Es ist auch am besten, ihn schon im Oktober zu tragen und vor allem mit ihm zu meditieren (s.o.), dann wird der Wechsel in den November einfach und leicht, denn wir haben unsere innere Flamme schon entdeckt und genährt. Was wir mit dem Reichtum machen, den wir in uns entdecken, bleibt uns überlassen – doch Goldtopas wird uns drängen, den Erkenntnissen auch Taten folgen zu lassen.

Damit sende ich Ihnen abschließend zu diesem langen Newsletter viele Grüße aus tiefer Nacht und wünsche Ihnen einen schönen Herbst!

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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