Gabrielle Bernstein: Das Universum steht hinter dir

Gabrielle Bernstein: Das Universum steht hinter dir

Wer kennt nicht die Übung, bei der man sich nach hinten fallen lassen soll, in der Gewissheit, dass ein hinter einem stehender Partner einen auffängt? Oder die Redewendung, dass einem der Rücken gestärkt wird?
Diese Assoziationen schwingen mit im Titel des neuen Buchs der amerikanischen Selbsthilfelehrerin Gabrielle Bernstein: „Das Universum steht hinter dir.“ Schon der Buchtitel schlägt das Leitmotiv an, das sich durch das ganze Buch zieht: „Das Universum ist ein freundlicher Ort.“
Gabrielle Bernstein, spirituelle Lehrerin der jungen Generation, erzählt frisch und lebendig davon, wie sie selbst seinerzeit diese Entdeckung machte. Und sie erzählt auch, wie ihr die zunächst wieder abhanden kam. Ausgerechnet in einem Yoga-Kurs wurde sie von einer Panikattacke überwältigt. Die Angst ließ sich nicht abschütteln, es gesellten sich körperliche Schmerzen dazu. Nach Jahren der spirituellen Arbeit an sich selbst kam Gabrielle zu einigen Einsichten hinsichtlich der Qualität dieser Arbeit und krempelte etliches um. Sie erkannte, dass alte, längst überwunden vermutete Glaubenssätze und Ängste noch immer in ihrem Unterbewusstsein wirkten. Gabrielle Bernsteins Schilderung ihrer Erfahrung erinnert an Louise Hay, die in einem ihrer Bücher davon spricht, dass sie ihre negativen Gefühle mit einer hübschen Schicht positiver Affirmationen zugedeckt hatte. An diesem Punkt, bei dieser Ent-Deckung angelangt, begann – und beginnt – die eigentliche Arbeit. Es handelt sich nämlich nicht nur um das Loslassen von diversen Ängsten, etwa eine hier und eine da, sondern vielmehr steht hinter dem, was Gabrielle Bernstein „Angst“ nennt, ein ganzes Denksystem.
Gabrielle Bernstein nahm die Herausforderung an, dieses Denksystem zu transformieren. Davon erzählt sie in „Das Universum steht hinter dir.“ Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert. Bereits die Überschrift des ersten Kapitels verführt zum Eintauchen: „Du besitzt eine verborgene Kraft.“ Hier beginnt eine Reise – durch das Buch und letztlich zu einem selbst.
Gabrielle Bernstein: Das Universum steht hinter dirGabrielle Bernstein ist dabei eine erfahrene Reiseleiterin. Sie erzählt Anekdotisches und Biographisches. Offen geht sie damit um, dass sie Alkoholikerin war, und beschreibt, wie sie selbst ihren Weg gesucht hat und etlichen Lehrern begegnet ist, darunter Marianne Williamson, Deepak Chopra, Joao de Deus und Wayne Dyer. Inspiriert besonders durch „Ein Kurs in Wundern“ sind die zahlreichen Affirmationen, Gebete und Meditationen, die dabei helfen sollen, angstvolle Gedanken und Energien zu transformieren. Manches klingt dabei recht provokant. So heißt es in einem Kapitel: „Du siehst die Welt, die du dir erschaffen hast, aber du erkennst nicht, dass du die Bilder selbst erzeugt hast.“ Was die Autorin damit vermitteln will, erklärt sie anhand der Fragen, die darauf folgen und die durchaus geeignet sind, sich zu besinnen und nachzudenken. Die Autorin stellt zudem auch Übungen vor, die helfen sollen, ins Gewahrsein zu kommen und im gegenwärtigen Augenblick, im Körper präsent zu sein. So kann eine offene Haltung entstehen, die wiederum ermöglichen kann, sich mit dem Universum zu verbinden, wie Gabrielle Bernstein es nennt.
Ein Schlüssel in „Das Universum steht hinter dir“, lautet: „Unsere Energie vermittelt eine bestimmte Botschaft, und diese wird immer unterstützt.“ Noch deutlicher heißt es an einer anderen Stelle: „Deine Ausstrahlung spricht lauter als deine Stimme.“ Weckrufe also, die geeignet sind, einem beim Lesen schon mal innehalten zu lassen, um sich ein paar Fragen zu stellen.
Das Lesen selbst löst schon etwas aus. Hinzu kommt, dass es keinen Zwang gibt, die in jedem Kapitel dargebotenen Meditationen oder Übungen machen zu müssen – sondern diese sind, wie das ganze Buch, eine Einladung. Sie laden dazu ein, sich selbst mit anderen Augen zu sehen und das, was man verändern möchte, spielerisch und mit Leichtigkeit zu tun.
Die Kernbotschaft des Buches ist, dass man immer eine Wahl hat: die Wahl zwischen Angst und Vertrauen. Um die Grundeinstellung geht es. Gabrielle Bernstein ist dabei realitätsnah. Sie schreibt: „Vergiss nicht: Das Ziel ist nicht, die Angst zu meiden. Die Angst wird niemals völlig verschwinden … Das Ziel ist vielmehr, nicht an die Angst zu glauben.“
Das große Ziel ist, so schreibt die Autorin, die sich selbst als „spirituelle Aktivistin“ bezeichnet: „Wir verändern die Welt, indem wir unsere spirituelle Haltung verändern …“ Sie betrachtet es als ihre Aufgabe, so viele Menschen wie möglich aufzuwecken und ihnen klarzumachen, dass deren Stärke darin liegt, aus der Liebe heraus zu handeln und der Welt mit ihrer Freude zu dienen.

Einschätzung der Redaktion des Reiki Magazin: Bewusstseinserweiternd!

L.E.O. Verlag, 208 Seiten, 20,- Euro

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Franziska Rudnick

Veröffentlicht von

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

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