Big Mind-Pozess und Voice-Dialog

Leere des Zen und Fülle der Welt im Bewussten Ich

Big Mind-Pozess und Voice-Dialog sind starke Methoden, um die Befangenheiten des Ego aufzubrechen. Damit mehr daraus wird als die Sehnsucht nach Ausnahmezuständen, ist eine dauerhafte und integrierende Willensarbeit erforderlich.

In der zunehmenden Suche und der Sehnsucht nach Rückverbindung zur geistigen Welt weisen viele der großen amerikanisch-östlichen Strömungen als Antwort auf die endgültige Überwindung und das totale Loslasssen unseres Egos und den gemeinhin Erleuchtung genannten Zustand. Der Zen-Lehrer Genpo Roshi beschreibt in seinem neu erschienen Buch BigMind- der große Geist / das große Herz auf die von ihm entwickelte „Big Mind“-Methode, sehr schnell und allumfassend diesen Zustand zu erreichen, egal auf welcher jeweiligen individuellen Entwicklungsstufe wir uns gerade befinden. Im Vorwort zu diesem Buch geht Ken Wilber so weit, von einer „fast hundertprozentigen Garantie zum Erwachen“ nach dem Lesen des Buches zu versprechen: „Der Big Mind Prozess“, so Ken Wilber, „kann mit Recht als die wichtigste und ursprünglichste Entdeckung des Buddhismus in den letzten zwei Jahrhunderten bezeichnet werden. Er ist ein erstaunlich ursprünglicher, tiefgehender und wirksamer Weg zum Erwachen oder zum Erkennen der eigenen Wahren Natur.
Genpo Roshi vereint dabei Anteile der Voice Dialogue Arbeit, welche bereits in den 70-er Jahren von den Psychologen Hal und Sidra Stone entwickelt wurde mit dem östlichen Weg des Zen.

Was geschieht im BigMind Prozess? In einer etwa dreistündigen Meditation führt Genpo Roshi im BigMind durch einen inneren Prozess, in dem die Gruppe, sowie auch der Einzelne seine eigene Persönlichkeitsstruktur in Form von Teil-Selbsten kennenlernt. Zunächst sucht Genpo Roshi dabei den Dialog mit dem sogenannten „inneren Bewacher“, welcher in unserem Leben dafür sorgt, dass wir uns in verletzbaren Situationen zu schützen wissen. Auf seine Anfrage hin schildern die Teilnehmer, wie sie selbst diesen Bewacher erleben und was für Qualitäten er in sich trägt. Danach bittet Genpo Roshi Schritt für Schritt weitere Persönlichkeitsanteile darum, sich in einer Art Rollenspiel direkt auszusprechen: den „Controller“, der dafür sorgt, dass das Leben überschaubar und sicher verläuft, oder das „Innere Kind“ mit seiner Fähigkeit, die Welt im Magischen zu erleben und mit unserer Verletzlichkeit in Kontakt zu stehen. Weiter begegnen wir dem ewigen „Skeptiker“, dem „suchenden Geist“ oder dem männlich/weiblichen Selbst bis hin zu transzendenten „nicht- dualen“ Teil-Selbsten, wie der voll integrierten weiblich/männliche Energie, und schließlich dem „BigMind“, dem „großen Geist“ und „BigHeart“, dem universalen Herz bzw. Mitgefühl.

Die Teilnehmer schildern dabei in knappen und präzisen Sätzen, wie sie die Qualität des jeweiligen Teil-Selbstes in sich wahrnehmen; dabei entsteht eine Gruppendynamik, in welcher sich die einzelnen Aussagen bereichern und ergänzen. In der Erfahrung von persönlichkeitsgebundenen Teil-Selbsten erfährt die Gruppe auf diesem Meditationsweg nach und nach ihre Identifikation im menschlich-personalen Gefühlsraum bis hin zum Erlebnis einer absoluten, nicht- personalen Verbundenheit mit allem Sein im BigMind, BigHeart. Dieser Prozess gleicht einem tiefen Erwachen aus dem weltlichen Schmerz des Gebunden- und Getrenntseins in die allumfassende Kraft eines universalen, kosmischen Geistes.

Partnerschaft als Weg zur Bewusstseinsentwicklung

Viele Teilnehmer des BigMind Prozesses erleben hier eine Verwandtschaft mit dem Zen-Weg einer Erfahrung der totalen Leere oder des großen Nichts hinter jeglicher Egoität. Hal und Sidra Stone hingegen, Gründer des Voice-Dialog-Ansatzes, entwickelten ihren eher westlichen Weg aus dem psychologischen Hintergrund der Jungschen Psychoanalyse und der in den 70er Jahren weit verbreiteten Arbeit am „Inneren Kind“. Hal Stone widmete sich während seiner 80 Lebensjahre unermüdlich der Erforschung der unbewussten Anteile in der menschlichen Psyche. Die Voice Dialogue-Methode entwickelten sie beide innerhalb ihres eigenen Beziehungs- und Partnerschaftsweges. Dies unterscheidet im Wesentlichen die Motivation des Prozesses. Die Stones begegneten sich in der Mitte ihres Lebens als Individuen und erschufen in der Erfahrung von Sympathie und Antipathiekräften innerhalb ihrer Partnerschaft einen Weg der Erkenntnis und Bewusstseins im Dialog vom Ich zum Du.

Wenn zwei Menschen sich in einem Dialog befinden, kann das Gefühl auftreten, dass ich mein Gegenüber nicht wirklich erreiche; ich werde nicht gehört und kann mich dem Anderen nicht wesentlich mitteilen. Es „steht etwas zwischen uns“, so die Erfahrung. Um dieses Hindernis möglichst rasch aus dem Weg zu räumen, werde ich in meiner Meinung dann oft immer heftiger, oder aber ich ziehe mich zurück. Mein Gesprächspartner reagiert ähnlich, in dem er mich angreift oder sich innerlich verschließt. Es war für die Stones eine gewaltige Erfahrung, über das herkömmliche Gespräch hinaus wahrzunehmen, dass im Gegenüber nicht eine, sondern viele Personen in Beziehung treten. Sie entwickelten daraus den „VoiceDialogue“, eine Form des Gespräches, in der es möglich ist, unmittelbar zu diesen unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen zu sprechen und sie jeweils ähnlich wie eigenständig denkende und handelnde Personen kennenzulernen.

Wenn ich mit diesem Wissen in einem Dialog jene unsichtbare Wand zwischen uns wahrnehme, dann weiß ich, dass dieses „Etwas“ ein Teil-Selbst ist, welches spricht oder zuhört: ich weiß, dass ich subjektiv gebunden bin, weil ich mich so schütze. Es hilft, dies zu erkennen und es auszusprechen, etwa: „ich kann dich gerade nicht wirklich hören“, „was du sagst, kommt bei mir nicht an“, „ich habe Mühe mich dir mitzuteilen“, „was du sagst, bedroht mich irgendwie“. Dieses innere Aufmerken ist der erste Schritt zu einem Gespräch aus einer Mitte, welche fähig ist, die Andersartigkeit, welche mir vom Du entgegenkommt, neben meiner eigenen Wahrheit stehen zu lassen.

„Sich in einer Partnerschaft hinzugeben“ so Hal und Sidra Stone, „bedeutet nicht, sich dem Partner oder einer anderen Person hinzugeben oder gar zu unterwerfen. Stattdessen übergibt man sich dem Prozess der Partnerschaft“, heißt es in ihrem Buch Liebe bleibt solange sie tanzt. „Dieser Prozess beginnt damit, dass zwei Menschen sich aufeinander einlassen; der Prozess wird dabei zu einer dritten Kraft. Wenn sie sich für diesen Prozess öffnen wollen, müssen sie lernen, ihrem Partner zuzuhören. Das bedeutet nicht, dass sie ihm gehorchen oder mit ihm übereinstimmen müssen, sondern nur, dass sie ihm wirklich zuhören und seine Wirklichkeit erspüren wollen. Wenn Sie etwas tun, dass den Bedürfnissen ihres Partners widerspricht, müssen sie bereit sein zu lernen, den Standpunkt ihres Partners zu verstehen und seinen Schmerz zu fühlen. Sie müssen also zwei Welten in sich tragen; Ihre Welt und die Welt ihres Partners.“

Wer lenkt meine Psyche?

Hal und Sidra Stone erkannten, dass es sich in der menschlichen Psyche nicht um ein statisches, festgelegtes Zentrum , eine zentrierte Identität handelt, sondern um eine Vielfalt von inneren Teil-Selbsten, mit unterschiedlichen, oft auch widersprüchlichen Meinungen und Gedanken, die auch eigenständige Entscheidungen treffen. Unsere Teilselbste bilden eine Art schützende „innere Familie“ um den Kern unserer Verletzlichkeit, erschaffen aus Konditionierungen und Erlebnissen aus meinem direkten Lebensumfeld. Sie können auch durch Engels- und Geistessphären beeinflusst sein, welche mitgestaltend in unsere Lebensbiographie hineinwirken. In der empathischen, wertfreien Gesprächsführung mit diesen Teil-Selbsten offenbaren diese eine tiefe und echte Sorge, stets bemüht um die Sicherheit der betreffenden Person.

Im Erforschen dieser vielen inneren Teil-Selbste stellt sich grundlegend die Frage nach einem inneren Zentrum, welches – bewusst – wahrnehmen kann und den Menschen selbstverantwortlich lenkt.
P.D. Ouspensky schreibt dazu in seiner Psychologie der möglichen Evolution des Menschen: „Vor allem soll der Mensch wissen, dass er nicht eine Einheit ist, sondern eine Vielheit. Er hat kein Ich, das einheitlich, beständig und unwandelbar wäre. In einem Augenblick ist er eine Person, im nächsten ist er eine andere, ein wenig später eine dritte und so weiter- fast endlos fort. Der Wandel im Menschen beginnt mit der Wandlung in der Art seines Verständnisses für die Bedeutung von Bewusstsein. Was ist Bewusstsein? In Wirklichkeit ist das Bewusstsein im Menschen eine sehr besondere Art von „innerem Aufmerken“, unabhängig vom Denkprozess, vor allem ein Achtgeben auf sich selbst, eine Kenntnis davon, wer er ist, wo er ist, was er weiß und was er nicht weiß und wo weiter….

Ziel der Voice Dialogue-Arbeit ist das Gewahrwerden dieser unbewusst wirkenden Kräfte in der menschlichen Psyche. In der fortlaufenden Entwicklung der Methode zeigte sich, dass sich diese Teilpersönlichkeiten in der Dynamik von Polaritäten bzw. Dual-Selbsten entwickeln, dass also zu jeder einseitigen Prägung eine verborgene Gegenseite in mir schlummert, die sich etwa in Träumen widerspiegelt oder in persönlichen Vorlieben und Abneigungen zum Ausdruck kommt.
Ein Mensch verbindet sich z.B. auf der einen Seite stark mit einem altruistischen, dienenden Wertsystem und entwickelt daraus unbewusst ein Teilselbst, welches sein Leben nun grundlegend in diese Richtung prägt. Auf der Gegenseite steht dann ein verdrängtes oder noch nicht entwickeltes Selbst mit der Fähigkeit zur Abgrenzung und Selbstwahrnehmung. Umso mehr diese dualen Aspekte entdeckt und dann gleichwertig integriert werden, umso stärker wächst die Fähigkeit zur freien Handlung. „Ich“ kann mich jetzt gleichermaßen aufopfernd und liebevoll in einer Tätigkeit hingeben, kann mich aber gleichzeitig dort abgrenzen, wo ich Ruhe und Phasen des Rückzuges nötig habe; ich kann „mich“ entscheiden.

Wer ist das Ich, das handelt?

Diese Entscheidungsmöglichkeit wurzelt in der Instanz des „Bewussten Ichs“, einem beweglichen Ort der Mitte, welcher in sich die Fähigkeit birgt, gegensätzliche innere Teil-Selbste auszuhalten. Dieses „Bewusste Ich“ ist in einer fortwährenden Entwicklung und wächst gleichermaßen in der Wahrnehmung meiner inneren Gegensätze und dem Bemerken jeweils einseitiger Identifizierungen. Wo früher mein „altes Ich“ als unbewusster Stimmenkomplex mein Leben führte, verändert sich nun meine Substanz. In diesem „neuen“ Ich manifestiert sich jetzt die Essenz meines geistigen Wesenskerns, ohne durch Konditionierung und Gewohnheiten gefärbt zu sein. Das „Bewusste Ich“ trägt jetzt als aktive Kraft dazu bei, dass ich meine Persönlichkeit umforme und erweitere. Somit entsteht die Fähigkeit, meinem Gegenüber wirklich zuzuhören und wesentlich zu begegnen, ohne mich von seiner Andersartigkeit bedroht zu fühlen. Während subjektive Teilpersönlichkeiten dazu neigen, eine objektive Wahrheit immer auszuklammern und nicht fähig sind, eine Gegenseite zu verstehen, habe ich im „Bewussten Ich“ die Möglichkeit, in mir auch die Polarität von Selbst und Außen zu vereinen.

Hal und Sidra unterscheiden sich von den östlich ausgeprägten Bewusstseinschulungen dadurch, dass ihre Zielsetzung sich nicht primär an die Überwindung und Auflösung des Egos richtet, obwohl sich diese Erfahrung wie selbstverständlich im Voice Dialogue-Prozess einstellen kann. Hal und Sidra Stone stellen uns vor die Frage: Wer in uns ist es, der Erleuchtung anstrebt, wer ist es, der das Ego überwinden will?

Für die Stones ist die Persönlichkeit mit all ihren Facetten ein „Fahrzeug“ (Vehicle), welches dem Menschen in seiner Einzigartigkeit Farbe und Bedeutung verleiht. Keines dieser Teil-Selbste, auch nicht die dunkelsten Schattenaspekte, werden gewertet. Angestrebt ist stattdessen das bewusste Erkennen und Begreifen meiner vielfältigen Person in Verbundenheit und Zusammenhang mit meiner ganz persönlichen Lebensbiographie. Was in östlichen Philosophien oft mit „Erleuchtung“ bezeichnet wird, ist für die Stones die Fähigkeit, mich als vielseitig beeinflusstes und bis in die geistigen Sphären hinein verwobenes Wesen zu erkennen, und gleichzeitig, durch die Instanz des „Bewussten Ichs“ einen Ort der Mitte in mir zu entwickeln, der alles ist – und gleichzeitig „nicht-identifiziert“ ist.

„Die göttliche Intelligenz ist daran interessiert, alle unsere Teil-Selbste in uns zu integrieren, nicht nur selektiv einzelne“, sagte Hal Stone dazu in einem Interview.

Das Erwachen einer geistigen Willenskraft

Wenn man durch Bewusstseinskraft an stark ausgeprägten Haupt-Selbsten arbeitet, also an jenen Anteilen, die einen ein Leben lang primär geprägt haben, dann erschließt sich durch Erfahrung der Gegenseite eine wache Erkenntnis über unsere Wahlmöglichkeiten, auch innerhalb eines Schicksalsweges, der nicht leicht zu bewältigen ist. Dazu gehört die Erfahrung von verdrängten wie auch von zukünftigen, noch gar nicht entwickelten Aspekten in mir. Wenn unerschlossene, wie auch um Sicherheit bemühte Anteile gleichwertig Bestand haben vor meinem „Bewussten Ich“ dann entsteht eine Qualität des Erwachens; ein Gefühl über die Vielheit innerhalb der eigenen Person und eine absolute Akzeptanz, weil ich mich nunmehr nicht mehr als Opfer meiner inneren Konditionierungen erlebe, sondern mich stattdessen erkennend und gestaltend in meine eigene Lebensbiographie hinein zu be-greifen lerne. Dies erweckt den Impuls zur Willensaktivität, wo ich gleichzeitig empfangend in die eigene Lebenskomposition hineinlausche und bewusst Impulse wahrnehmen kann , die vorher , weil unbewusst, zur Fremdbestimmung führten.

Diesen Weg zu gehen, bedeutet Hingabe und Vertrauen an eine große Lebenskraft (göttliche Intelligenz), die voller Güte und Schönheit durch alle Wirrnisse und Krisen hindurch wirkt und den Menschen in seiner Evolution in eine natürliche, spontane Vollkommenheit hineinwachsen lässt. Es gibt dabei kein „statisches“ Identitäts-Gefühl mehr, welches innerhalb einer linearen Zeitkontinuität Sicherheit erschafft. Stattdessen bewege ich mich jetzt in einem Tanz von Hin- und Zurückbewegung, Verbundenheit und Isolation, Sympathie und Antipathie, der sich fortwährend in meiner Seele abspielt und mit wachsendem Bewusstsein immer leichter fließend- spielerische Formen annimmt, denen ich mich jetzt hinzugeben wage. Diese Erfahrung führt immer durch die Krise. Diese „dunkle Nacht der Seele“ stellt uns als Person grundsätzlich in Frage.

Nach der Verunsicherung über diesen noch ungewohnten Lebenszustand erleben manche Menschen allmählich ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit, welches einhergeht mit der Gewissheit, nichts mehr außerhalb von sich selbst suchen zu müssen. In der zwischenmenschlichen Begegnung bedroht mich nicht mehr die Andersartigkeit meines Gegenübers, ich erfahre stattdessen das Du als Spiegel meiner eigenen Bewusstseinsschritte, als einen echten Lehrer auf meinem Entwicklungsweg.

BigMind und Christuskraft

BigMind ist dabei nach Hal und Sidra Stone seinerseits ein Teil-Selbst, welches mir den wunderbaren Geschmack von Re-ligio, von Rückverbindung zur göttlichen Einheit schenken kann. Diese Erfahrung ist unpersönlicher, transpersonaler Art, sie schenkt uns unendlichen Frieden, ein Gefühl des Erwachens und weitet die Seele, so dass sie sich über alle alltäglichen Verstrickungen herausheben kann. Identifiziere ich mich fortlang nur mit diesem Teilaspekt von mir, dann spalte ich meine persönliche Lebensbiographie von mir ab und habe Mühe, mich meinen alltäglichen Aufgaben (gespiegelt von meinen Ego-Anteilen) zu stellen. Dies geschieht häufig dann, wenn ich mich stark mit einem spirituellen Hauptselbst identifiziert habe, und dabei die Gegenseite, z.B. meine Fähigkeit zum rationalen, analytischen Denken minder bewerte und deshalb in meiner Psyche verdränge, oder wenn ich etwa Menschen kritisiere, die sich nicht auf einem „spirituellen“ Weg befinden.

Oft entwickeln sich dann Haupt-Selbste, welche dieses „Erwachen“ bewahren möchten; es entwickeln sich innere Regeln, was zu tun ist, um BigMind wieder und wieder zu erreichen (Meditationen, Übungen, Lehren, Gelübde) und das Transpersonale, sowie die Überwindung meines Ego s werden zu meinem Ziel. Andrew Cohen beschreibt dies als „das Ego, welches das Ego überwinden will“.

Wenn ich dagegen BigMind als Teilaspekt von mir begreife, der meine Persönlichkeit durchdringen kann, wird mein eigenes Wesen als Fahrzeug nach und nach berührt, getragen und umgewandelt werden von dieser Kraft, die im Urgrund meines Seins immer für mich zugänglich ist. Hierin hat Ken Wilber sicher Recht: der BigMind-Prozess führt mit allergrößter Sicherheit zur Erfahrung dieses geistigen Wesensgrundes. Dass diese Erfahrung aber im Alltag trägt und mich als Mensch auch im Sozialen erwärmt und beflügelt, dazu braucht es das „ Bewusste Ich“, welches mich verankert und gleichzeitig liebevoll mit den Anteilen in mir verbindet, welche im Kleinen und Unscheinbaren, als Person innerhalb der Welt wirken – hier entsteht waches und liebevolles Interesse an meinem Mitmenschen, mit dem zusammen nach Hal und Sidra Stone allein ein authentischer und echter spiritueller Entwicklungsweg möglich ist.

Im anthroposophischen Kontext stellt sich die Frage, ob es möglicherweise die Christus-Kraft ist, welche dieses Bewusstsein und die Verwandlung meiner Person möglich macht. Der Mensch würde sich so von der transpersonalen Vater-Gott-Einheit zum mündigen Sohn wandeln, der verbindlich-persönlich und innerhalb der Welt Dunkles wie Helles seelisch umfassen und transformieren kann. Dies würde bedeuten, dass BigMind nicht letztes Ziel, aber Impuls sein kann für eine tiefe spirituelle Erfahrung, welche meine Persönlichkeit nach und nach durchlichtet und transformiert.

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Mears-Frei Cordula

Veröffentlicht von

Cordula Mears-Frei ist Gesprächs- und Voice Dialoguetherapeutin in Schopfheim. Sie leitet das Institut für integrative Bewusstseinarbeit in Basel. Infos unter www.praxis-integrationsarbeit.de sowie www.voicedialogue.ch/basel

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Danke. Sehr guter Artikel, der mich in das Thema von Big Mind Prozess und Voice Dialogue solide eingeführt hat.

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