James L. Oschman: Energiemedizin – Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis

Oschman: EnergiemedizinUrban & Fischer, bei Elsevier, 2006, 246 S., 37,-  Euro

Viele Reiki-Praktizierende haben es schon immer gewusst oder zumindest
geahnt, dass sie etwas bei ihren Klienten bewirken können, das über den
Effekt bloßer Entspannung hinausgeht und sich auch nicht allein als
“Placebo” definieren lässt.

Die Empfindungen von Wärme, Kribbeln, Pulsieren in den Händen des Gebenden oder ähnliche Empfindungen beim Empfangenden bekommen nun eine wissenschaftliche Legitimation, die sie in die Reihe messbarer und belegbarer Phänomene stellt.

Der amerikanische Biologe und Biophysiker James L. Oschman schrieb im Jahr 2000 als Ergebnis fünfzehnjähriger, multidisziplinärer Forschung ein Buch, das sich mit der Klärung des Begriffs “Energie” befasst und überraschende Erkenntnisse zutage förderte. In den USA löste dieses Buch einen Paradigmenwechsel in der Komplementärmedizin aus, die sogenannte “Energiemedizin” wurde in den Kanon der komplementären Heilmethoden aufgenommen. Oschmans Buch ist 2006 auch in Deutschland erschienen, mittlerweile in der zweiten Auflage.

Zwar etwas trocken akademisch in der Sprache und vom Leser Vorkenntnisse verlangend hinsichtlich der Anatomie des menschlichen Körpers, ist dieses Buch dennoch begeisternd, stellt der Verfasser doch das Heilen oder Behandeln mit den Händen auf eine solide wissenschaftliche Grundlage: für fast jede These liefert er Belege in Form von Hinweisen auf wissenschaftliche Studien.

Roter Faden dieses Buches sind zwei Elemente: zum einen die These von der lebenden “Matrix”, der allem im Körper zu Grunde liegenden Verbindung dreier Bestandteile zu einem Grundbaustein, nämlich der Zelle, des sie umgebenden Gewebes und der sie versorgenden Blutgefäße und Nerven; zum zweiten die zentrale These des Buches, die Entdeckung, dass Hände von Heilern “starke biomagnetische Felder” in der Frequenzbreite abstrahlen, die der Körper braucht, um Wunden und Knochenbrüche heilen zu können, was laut Oschman bedeuten würde, dass Biomagnetismus eine Art Qi (= Lebensenergie) sei.

Die lebende Matrix pulsiert in unterschiedlichen Rhythmen, die von Herz und Gehirn ausgehen, welches wiederum zwar einen “Taktgeber” hat, den Thalamus, ein eigenständiges Zentrum im Gehirn, das als Filter für sämtliche Wahrnehmungen dient; aber andererseits in kurzen Phasen, wo der Thalamus gewissermaßen ruht, beeinflusst wird durch externe Rhythmen bzw. elektromagnetische Felder. Weitergeleitet werden die Informationen von Herz und Hirn durch das, wie Oschman es nennt, “perineurale System”, das Stütz- und Hüllgewebe des Nervensystems, sowie letztlich durch das gesamte Bindegewebe. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem Wasser zu, so dass Information sich “bis in den letzten Winkel des Körpers” erstreckt.

Nicht nur interne Einflüsse werden innerhalb der Matrix weitergeleitet, sondern auch externe, in diesem Fall von den Händen von Therapeuten abstrahlende, elektromagnetische Frequenzen, die stärker als die Hirnwellen sein können, da sie auf noch unbekannte Weise im Körper verstärkt werden.

Oschman beschreibt Energiesysteme und technische Methoden, die auf diese Matrix einwirken und eine Heilung von verletztem Gewebe fördern oder beschleunigen, so auch die Therapie mit Geräten, welche pulsierende Magnetfelder niedriger Energie und Frequenz (ELF) abstrahlen. Schulmedizinisch anerkannt ist mittlerweile, dass Energiefelder Information auf den Körper übertragen; relevant wäre dies auch bei Therapien, die den Körper in Stand halten und so zur Prävention von Erkrankungen beitragen können, wie z. B. bei Reiki. Oschman kommt interessanterweise zu dem Schluss, “dass sich mit keinem einzigen medizinischen Gerät … jemals dieselbe Wirksamkeit und Sicherheit erreichen lässt, wie mit einem natürlich erzeugten Signal, das auf lebendes Gewebe angewendet wird.”

Reiki ist in Oschmans Forschung eine von vielen Methoden, mit den Händen Energie abstrahlen und heilungsfördernd auf das Energiefeld des Klienten einwirken zu können; es steht dabei in einer Reihe mit Methoden wie Qi Gong oder dem in den 1960er Jahren von der amerikanischen Krankenschwester Dolores Krieger entwickelten “Therapeutic Touch”, welches mittlerweile in US-amerikanischen Krankenhäusern als anerkannte, die schulmedizinischen Therapien begleitende Methode etabliert ist.

Heiler und Patient begeben sich während einer Behandlung in Resonanz zueinander, wobei laut Oschmans Erkenntnissen das gesunde Körpergewebe des Heilers Einfluss hat auf das des Patienten: es vermittelt nämlich Information, die vom Patienten aufgenommen und übernommen werden kann.

Dabei befindet sich das heilende Energiefeld zugleich in Kontakt mit der Schumann-Resonanz, eines um die Erde schwingenden, aus der Strahlung sämtlicher Blitze aller Gewitter weltweit resultierenden, elektromagnetischen Feldes, das wesentlichen Einfluss auf alles Leben hat.
Relevant dafür ist eine entspannte, absichtslose Atmosphäre, in welcher “der Geist beruhigt wird”. Zudem dürfen keine anderen elektromagnetischen Felder in der Nähe sein, wie z. B. jene, die von Handys, Mikrowellengeräten oder Computern ausgehen, womit Oschman die Ansichten und Empfindungen derer zu stützen scheint, die empfindlich gegen den so genannten “Elektrosmog” sind; allerdings seien weitere Forschungen nötig, um die Wirkung solcher Felder erfassen zu können.

Oschmans Werk verlangt vom Leser die Bereitschaft, sich auf Themen aus Biologie, Biophysik, Chemie, Medizin und Physik sowie deren Sprache einzulassen. Wer dies tut, wird reich belohnt! 


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Franziska Rudnick

Veröffentlicht von

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

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