Marco Bischof: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen

Marco Bischof: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen
AT
Verlag, 414 Seiten, 26,90 Euro

Dieses Buch muss man langsam lesen. Der
Schweizer Wissenschaftler und Wissenschaftsautor Marco Bischof
befasst sich in “Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen –
Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft” mit
gleichen Phänomenen wie Lynne McTaggart in “Das Nullpunktfeld”,
ist dabei aber weitaus umfassender. Bischof hat den Anspruch,
einerseits ein Fachbuch für Wissenschaftler zu schreiben,
andererseits interessierten Laien eine tief gehende
Informationsquelle zu bieten.

 

Diesem Anspruch wird er insofern
gerecht, als er eine klare Sprache gebraucht, die nur da Fremd- und
Fachwörter anwendet, wo es nicht anders geht. Der Autor möchte,
schreibt er im Vorwort, sowohl das erste wissenschaftliche
Grundlagenwerk zu diesem Thema verfassen, das “auch Fachleuten und
Wissenschaftlern etwas bieten” kann, als auch eine
“allgemeinverständliche Darstellung für ein möglichst breites
Publikum.”

Feinstoffliche Felder stellen eine
Herausforderung dar: für die einen, weil sie deren Existenz leugnen,
für die anderen, weil sie herausfinden wollen, was sie sind oder
sein könnten und ob es schon immer die Wahrnehmung und Anwendung
solcher Felder gegeben hat. Marco Bischof gehört zu denen, die es
wissen und darum aufklären wollen. Der Schweizer Wissenschaftsautor
hat mit “Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen” ein umfangreiches
Werk vorgelegt. Er versucht, die Fragen zu klären, was eigentlich
diese “feinstofflichen Felder” sind, ob und wie sie zur Therapie
von Krankheiten eingesetzt werden können – und wie das früher, seit
Menschengedenken gewissermaßen in Form “geistiger Heilung”
geschehen ist und geschieht.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
Historische Ursprünge, Physik und feinstoffliche Felder, sowie
Praxis und Technologie des Feinstofflichen. Bischof will eine Basis
schaffen, auf deren Grundlage wissenschaftlich korrekt argumentiert
werden kann, über das, was als “Energie”, “feinstoffliche
Felder” oder einfach nur “Kräfte” bezeichnet wird. Er möchte
die Theorie der feinstofflichen Felder aus der esoterischen Ecke
heraus holen und mit seinem Buch dazu verhelfen, dass Physiker,
Schulmediziner und geistige Heiler auf wissenschaftlich klare Art
miteinander reden und einander verstehen können. Denn letztlich geht
es in den verschiedenen Disziplinen, die sich mit dieser Materie und
deren Anwendbarkeit befassen, um das, was die Welt auf allen Ebenen
zusammenhält.

Ist der erste Teil schon spannend, so
wird es ab dem zweiten Teil, etwa ab der Mitte des Buches,
faszinierend. Den Höhepunkt der Lektüre bildet der dritte Teil, der
auf den beiden ersten aufbaut – deren Lektüre bereitet den Leser vor
auf die Darstellung z. B. frequenzbasierter medizinischer Geräte aus
den 1930er und 1950er Jahren, deren Erfinder ob der erwiesenen
Wirksamkeit z. B. bei der Krebstherapie seinerzeit angefeindet und
unterdrückt wurden, so dass sie in Vergessenheit geraten sind. Auch
Therapiemethoden wie Reiki finden Erwähnung.

Seit Menschengedenken sind
feinstoffliche Felder bekannt: es gibt für sie viele Namen und
ebensoviele Konzepte, ob (natur-)wissenschaftlicher, philosophischer
oder religiöser Art. Nach einem Intermezzo im 18.-19. Jahrhundert,
als im europäischen Kulturkreis versucht wurde, diese Felder zu
widerlegen, hat sich mittlerweile herausgestellt, dass sie
tatsächlich existieren und nicht die alleinige Angelegenheit
esoterischer Schwärmer sind. Albert Einstein hat deren Existenz zwar
noch verneint und sie aus seiner Allgemeinen Relativitätstheorie
ausgeschlossen, aber sie später wieder zumindest als möglich
anerkannt. Eines der Probleme der Physik im Zusammenhang mit
feinstofflichen Feldern ist auch die emotionale Komponente: Zu ihr
gehört das Eingeständnis, dass derzeit (noch) nicht alles erfassbar
ist, was in seiner Wirkung gemessen werden kann und dass es zuweilen
einer metaphysischen Sprache bedarf, um physikalische Phänomene zu
beschreiben. Das Feinstoffliche anerkennen geht nur um den Preis
einer “persönlichen Wandlung”, so Bischof, es kann nicht wie ein
technisches Ding behandelt werden. Zumal er ausdrücklich betont,
dass der Begriff “feinstoffliches Feld” keine Energie bezeichnet.

Der Leser braucht nicht nur zu Beginn
einen langen Atem, um Bischof zu folgen, in die Verzweigungen seiner
durchaus spannenden Darstellung der historischen Zusammenhänge um
feinstoffliche Felder und deren Entdeckung bzw. Benennung und
heilenden Anwendung. Sie hießen in Europa, je nach Epoche, etwa
Äther, Fluid, Od, Magnetismus, Lebenskraft, Orgonenergie … In
Asien sind sie bekannt als Qi, Chi, Prana, Shakti und selbst
Schechina, das “Himmelslicht” der Kabbala. Jedoch würden derzeit
diese Begriffe undifferenziert “in einen Topf geworfen”. Ein
deutliches “Unterscheidungs- und Artikulationsvermögen” ist laut
Bischof diesbezüglich vonnöten, und es könnte als “kollektive
Kulturleistung bezeichnet werden”, wenn es zustande käme.

Das Buch ist eine reiche Fundgrube,
sorgfältig recherchiert. Es ist zu merken, dass Bischof wohl alle
verfügbare wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema recherchiert
hat und hier nun in gebündelter Form vorlegt. Eine großartige
Leistung! Jedoch wird Bischof seinem im Vorwort dargelegten Anspruch
nicht ganz gerecht. Der Spagat zwischen wissenschaftlichem
Grundlagenwerk einerseits und allgemeinverständlichem Fachbuch für
Laien andererseits ist gewagt. Er könnte den ungeduldigen Leser
überstrapazieren, der rasch informiert sein will und eventuell
entnervt das Buch zur Seite legt, weil dies eben doch nicht so
schnell möglich ist wie erwartet. Alle anderen Leser, die etwas Zeit
mitbringen, werden jedoch ihre helle Freude an diesem Buch haben!

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Franziska Rudnick

Veröffentlicht von

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

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