Boji – Wachsende Steine

Eine weitere Anfrage erreichte den Steinheilkunde e.V. und mich jüngst zur selben Zeit. Dabei ging es um Pop Rocks (auch unter dem eingetragenen Handelsnamen „Boji“ bekannt), die immer größer und schwerer wurden. Was zunächst unglaublich klingt, ist tatsächlich geschehen, und wurde in diesem Fall auch genau mit Gewichtsmessungen dokumentiert. Die Steine wuchsen! Da ich schon des öfteren von solchen Phänomene gehört und ähnliches auch schon selbst erlebt habe, möchte ich gerne in diesem Newsletter kurz darstellen, was sich hinter dem Phänomen verbirgt:

Pop Rocks („Boji’s“) bestehen aus Pyrit, der von einem dünnen Limonitmantel überzogen ist. Viele Pyrite zerfallen unter dem Einfluß von Luftsauerstoff und/oder Wasser. Das ist wenig bekannt, da gerade aus diesem Grund meist nur Pyrite gehandelt werden, die relativ stabil sind, wie z.B. die Pyritgrüppchen aus Peru oder die Pyritwürfel aus Spanien. Doch vielleicht können sich manche von Ihnen noch an die pyritüberzogenen chinesischen Fluorite erinnern, die vor ca. 15 Jahren im Handel waren. So schön diese Kombination aus Fluorit und Pyrit auch war, der Pyritanteil war meist nur von kurzer Dauer: Schwefelausblühungen kündigten schon bald das Ende seiner Haltbarkeit an, er wurde grau und bröselig und nach wenigen Jahren zerfielen viele Stücke.

Ähnliches kann auch bei Pop Rocks geschehen (kann – muß nicht!). Vor allem unter dem Einfluß von Luftfeuchtigkeit oder Wasser (z.B. beim Reinigen der Steine) kann hier der Umwandlungsprozeß von Pyrit nach Limonit angeregt werden (der ja oberflächlich schon begonnen hat). Wenn diese Umwandlung fortschreitet, kann es durchaus zu einer Volumenvergrößerung kommen, d.h. der Stein „wächst“ und platzt auf. Da Limonit auch große Mengen Wasser aufnehmen kann (Formel: FeOOH x n H2O; n = „unbestimmte Menge“), ist auch die Gewichtszunahme erklärbar.

Die an Pop Rocks und anderen Pyriten beobachtete Veränderung an der Luft hat ihnen das Attribut „Lebendige Steine“ eingebracht. Diese chemischen Reaktionen sind jedoch nicht vergleichbar mit einem pflanzlichen oder tierischen Stoffwechsel. Bojis und andere Pyrite nehmen eben Luftsauerstoff und Wasser auf, aber das ist keine „Ernährung“ im biologischen Sinne, da dieser Prozeß nur einmalig und unumkehrbar ist. Wenn aller Pyrit in Limonit umgewandelt ist, hört der Prozeß auf, wobei der Stein auch möglicherweise zerfällt.

Pop Rocks sollten daher am besten trocken aufbewahrt werden und auch beim energetischen Reinigen sollte auf Wasser verzichtet werden (längeres Auflegen auf Amethyst-Drusenstücke genügt). Die Stabilität der einzelnen Steine kann sehr unterschiedlich sein. Ich selbst habe Stücke seit rund 20 Jahren ohne jegliche Veränderung und andere, unter denselben Bedingungen aufbewahrte, zeigen deutliche Schwefel- und Limonitausblühungen. Das ist den Steinen leider nicht vorab anzusehen, daher lohnt sich der sorgfältige Umgang auf jeden Fall.

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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