Mit Chrysokoll in den Frühling

Ich möchte einen Stein besprechen, der sowohl zur Jahreszeit (dem nach einem glorreichen Beginn augenblicklich wieder ins Stocken geratenen Frühling), als auch zu unserer gegenwärtigen globalen Situation paßt, die manche Gefühle aufwirbelt und gleichzeitig einen kühlen Kopf verlangt. Bei dieser Kombination kann es sich natürlich um keinen anderen handeln, als Chrysokoll. Warum? Das erfahren Sie gleich:

Schon in den frühen indianischen Kulturen Nordamerikas ist Chrysokoll ein Stein für den Frühling, die „Zeit der wiederkehrenden Frösche“. Seine filigranen blau-grünen Zeichnungen sind ein Symbol der Verbindung von Himmel und Erde. Ein Symbol des Lebens ebenso, wie des aufblühenden Frühjahrs.

Chrysokoll entsteht oft in kupfererzreichen Gesteinen, die über dem Grundwasserspiegel liegen. Dringt kieselsäurehaltiges Oberflächenwasser in diese Gesteine ein, so verbinden sich Kupfer und Kieselsäure zu ringförmigen Strukturen, die wie ein Schwamm von Wasser durchtränkt sind. Kupfer gibt dem Stein auch seine faszinierenden Farben, wobei die unterschiedlichen Grün-, Türkis- und Blautöne mit dem Wassergehalt variieren. Das Element Kupfer geht sehr gerne intensive Verbindungen mit Wasser ein, die im Mineralreich oft zu komplexen, fast organisch-pflanzlich anmutenden Strukturen führen. Eigentlich „darf“ das chemischen Regeln zufolge gar nicht sein, doch Kupfer kümmert sich nur wenig um derartig starre Gesetze. Es scheint viel lieber mit Formen und Farben zu spielen und kreativ zu gestalten – fast als wäre es lebendig.

Entsprechend vielgestaltig und spielerisch gezeichnet erscheint auch der kupferhaltige Chrysokoll. Moose, Farne, Pflanzen; Tang und Algen im Meerwasser oder von Flußläufen durchzogene Regenwälder – all das läßt die Phantasie im Chrysokoll erkennen. Kein Wunder also, daß er als ein Symbol des Lebens gilt.

Lebendigkeit symbolisiert Chrysokoll auch in der Steinheilkunde. Sein Wassergehalt betont intensives, gefühlvolles Erleben. Dabei hilft das anwesende Kupfer, negative Gefühle auszugleichen und positive Empfindungen von Herzen zu genießen. Kupfer wird der Venus zugeordnet, der Göttin der Liebe, Schönheit und Harmonie. Und kaum einem Kupfermineral gelingt es so gut wie dem Chrysokoll, diese Eigenschaften zu vermitteln.

Dank der Kieselsäure, die unsere Wahrnehmung verbessert und verfeinert, aktiviert das Kupfer des Chrysokolls den Sinn für Ästhetik und Harmonie. Wenn wir ihn bei uns tragen, vermittelt der Stein Intuition und Feingefühl, zugleich jedoch einen stets klaren Kopf. Über dem Grundwasserspiegel entstanden hilft er außerdem, niemals in der Flut unserer Gefühle unterzugehen. Dabei geht es nicht darum, diese zu verleugnen, sondern sie bewußt wahrzunehmen und zugleich die innere Ruhe zu bewahren. „Wenn Gefühle hereinbrechen wie eine Woge, dann ermöglicht Chrysokoll, obenauf zu surfen!“ äußerte einst ein Mitglied der Forschungsgruppe Steinheilkunde Stuttgart. Und – dank Kupfer – beruhigt er die aufgebrachten Gefühle auch. Chrysokoll hilft, extreme Stimmungsschwankungen auszugleichen.

Körperlich wirkt er entgiftend und leberstärkend, ein guter Begleiter also auch bei Frühjahrskuren. Darüber hinaus ist er entzündungshemmend und krampflösend, auch bei Menstruationsschmerzen und Beschwerden während der Geburt – ebenfalls Eigenschaften des Kupfers (Venus!). Die Verbindung mit Kieselsäure erweist sich hier als sehr günstig für Haut und Schleimhäute. Daher bewährt sich Chrysokoll bei Infektionen und Halsbeschwerden bis hin zu Mandelentzündungen. Er beschleunigt die Heilung von Brandwunden und hilft sogar, schlecht verheilte Narben in Ordnung zu bringen. Dank seines Wassergehalts und der grün-blauen Farbe wirkt Chrysokoll außerdem kühlend sowie Fieber und Blutdruck senkend. Insgesamt vermittelt er ein sehr gutes Körpergefühl.

Für körperliche Anwendungen ist es ratsam, Chrysokoll direkt auf der Haut zu tragen oder ihn unmittelbar auf betroffene Körperbereiche aufzulegen. Lediglich bei frischen Wunden und Brandwunden sollte er nur in der Nähe aufgelegt sowie als Edelstein-Wasser bzw. Essenz innerlich eingenommen oder vorsichtig äußerlich aufgesprüht werden. Bei der Herstellung von Edelsteinwassr bitte Sorgfalt walten lassen: Da Kupfer bei innerer Einnahme auch giftig sein kann, sollte Chrysokoll nur für wenige Stunden in kaltes Wasser eingelegt werden, um die Auflösung von Kupferionen in der Flüssigkeit zu verhindern. Noch besser sind Herstellungsweisen wie die Reagenzglasmethode oder das Einleiten mit Kristallen (siehe auch: Gienger/Goebel, Edelsteinwasser, Neue Erde Verlag, Saarbrücken 2006).

Seine besondere Bedeutung für den Frühling erhält Chrysokoll gerade dadurch, daß er das Gefühlserleben bereichert und zugleich einen kühlen Kopf bewahren hilft. So können wir die Freuden des Frühjahrs mit allen Sinnen genießen, ohne die Folgen und Konsequenzen des eigenen Handelns aus den Augen zu verlieren. Das hilft, im Überschwang der Frühlingsgefühle manch unbedachte Tat zu vermeiden. Denn obwohl es z.B. erfreulich ist, daß im Frühling die meisten Hochzeiten gefeiert werden (wieder läßt die Venus grüßen), so gilt doch der weise Rat: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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