Wege der Ganzwerdung

Aquamarin – Edelstein des Vorfrühlings

März – das Frühjahr naht! Nun wird es für manchen höchste Zeit, Aquamarin zu tragen. Zum einen, um im kommenden Frühling dem Heuschnupfen zu entgehen. Zum anderen, um mit der Ungeduld zurechtzukommen, die dieser Monat oft mit sich bringt. Die schönen Seiten des Winters sind vorüber, der Schnee schmilzt, zur Tagundnachtgleiche beginnt offiziell der Frühling. Doch noch immer sind die Bäume kahl: Wann wird es endlich wieder grün?!

Erst seit der Renaissance trägt Aquamarin seinen heutigen Namen, zuvor wurde er „Beryll“ genannt. Dieser ernst und schwer klingende Begriff schien das Wesen dieses faszinierenden Edelsteins jedoch nicht zu treffen. Dagegen trug „aqua marina“ den Klang von Weite und Leichtigkeit in sich: Die Erinnerung an das leuchtend blaugrüne Wasser des Meeres. Die Sehnsucht, die hinauszieht auf den unendlichen Ozean. Und – das ungeduldige Warten auf die Rückkehr der ausgesandten Schiffe. Es war die Zeit, als die Menschheit gerade begann, ihren Horizont zu erweitern und die wahre Größe unserer Erde zu erahnen. Hinter den Meeren lagen die unbekannten Welten, und im Italien des 16. und 17. Jahrhunderts war Aquamarin das Symbol für den Weg dorthin.

Unbekannten Welten entstammt auch sein Ursprung. Aquamarin entsteht tief im Erdinneren, wo sich seltene Elemente in heißen Flüssigkeiten und Dämpfen konzentrieren. Eines dieser Elemente ist das Leichtmetall Beryllium, benannt nach dem alten Namen unseres Edelsteins. Gemeinsam mit ringförmigen Kieselsäure-Molekülen bilden Beryllium und Aluminium im Aquamarin eine wabenförmige Struktur. Dieser entstammen auch die typischen sechseckigen Kristalle. Die namensgebende blaue Farbe wird durch Spuren von Eisen verursacht, welches hier und da die anderen Metalle im Kristallgitter ersetzt.

Die Empfindung der Weite, Sehnsucht und Ungeduld, die vor 400 Jahren zum Namen Aquamarin führte, ist auch in der modernen Steinheilkunde noch immer aktuell: Aquamarin ist ein spezieller Heilstein für Menschen mit hohen Ansprüchen und Zielen oder für Lebenssituationen, in denen wir Ausdauer und Durchhaltevermögen brauchen.

Der Schlüssel zum Verständnis hierfür ist die sog. „hexagonale“ wabenförmige Kristallstruktur (griech. „hexagon“ = „Sechseck“). Diese repräsentiert die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, auf ein Ziel auszurichten und Ablenkungen zu vermeiden. Die Folge ist Strebsamkeit, Fleiß und Ausdauer – denken wir nur (symbolisch betrachtet) an die wabenbauenden fleißigen Bienchen. Hexagonale Heilsteine wie Aquamarin helfen, zielstrebiger, fleißiger und ausdauernder zu werden – wenn uns das fehlt. Oder sie helfen nach dem Prinzip „Ähnliches heilt Ähnliches“, übertriebenen Ehrgeiz, Ungeduld und Engstirnigkeit aufzulösen – wenn wir diese Eigenschaften im Übermaß ausleben. Es geht also um das gesunde Mittelmaß: Ziele schnell und effizient zu erreichen, ohne übertriebene Eile, Streß und Überforderung. Hierzu kann Aquamarin als Kette oder Anhänger getragen sowie als Kristall oder Handschmeichler in die Hosentasche gesteckt werden.

Die Eigenschaft, durch übertriebene Zielstrebigkeit entstandene Engstirnigkeit und „Scheuklappen-Mentalität“ aufzulösen, spiegelt sich auch körperlich wieder: Aquamarin und andere Berylle (z.B. Smaragd) helfen bei Kurz- und Weitsichtigkeit. Auch hier wird der Horizont unserer „eingeschränkten Sicht“ erweitert. Diese Wirkungen der Berylle sind seit der Antike bekannt. Selbst unser deutsches Wort „Brille“ stammt vom Namen „Beryll“. Um die Sehkraft zu verbessern, werden zwei kleine Aquamarine täglich (am besten nachmittags) für 10 bis 15 Minuten auf die geschlossenen Augen aufgelegt.

Eine weitere wichtige Rolle spielen Beryllium und Aluminium. Beryllium ist ein Nervengift, das bereits in minimalen Dosierungen Nervenzellen lahmlegen kann. Interessanterweise helfen berylliumhaltige Heilsteine jedoch, blockierte Nerven und Gehirnzentren zu aktivieren – wieder gilt das Prinzip „Ähnliches heilt Ähnliches“. Im Aquamarin ist das Beryllium übrigens fest gebunden, der Stein ist also völlig ungiftig! Hinzu kommt das Aluminium, das die Identitätsfindung und -wahrung unterstützt. Aquamarin hilft daher, geistig wach, „voll da“, aktiv und handlungsfähig zu sein, wenn er am Körper getragen oder regelmäßig auf die Stirn aufgelegt wird.

Dank seiner blauen bis blaugrünen Farbe spricht Aquamarin auch den Wasser- und Hormonhaushalt des Körpers an. Am Hals getragen oder auf die Stirn aufgelegt reguliert er die Schilddrüsenfunktion. Auf dem Thymus getragen stärkt er das Immunsystem und lindert überschießende Reaktionen, sprich: Allergien. Eine große Hilfe ist Aquamarin bei Heuschnupfen. Dazu sollte er bereits vor dem ersten Pollenflug – d.h. spätestens ab März! – ständig am Körper getragen werden. Zur kritischen Zeit kann zusätzlich die Edelstein-Essenz oder ein selbst zubereitetes Edelstein-Wasser innerlich eingenommen werden. Dazu wird Aquamarin für 8 bis 12 Stunden in ein Glas mit klarem Wasser gelegt, das anschließend schluckweise über den Tag verteilt getrunken wird.

Doch nicht nur wegen der Heuschnupfen-Prophylaxe paßt Aquamarin besonders gut zum Monat März. Vielmehr hilft er, die Ungeduld, Unzufriedenheit und innere Unruhe dieser Zeit auszugleichen. Es ist nun genug mit dem Winter, die (noch unerfüllte) Sehnsucht nach dem Frühling, nach neuer Wärme, Sonne, dem Aufblühen des Lebens wird unerträglich. Was wird das neue Jahr bringen, in welche unbekannten Welten führt uns unser Weg? Zudem scheinen mit der Schneeschmelze auch viele Gefühle aufzubrechen und in Fluß zu kommen? Doch wohin mit der ganzen inneren Aktivität, die erst allmählich (viel zu langsam!) ihren äußeren Ausdruck findet?

Aquamarin hilft hier, die sich freisetzende Energie zu kanalisieren. Zappelige Unruhe verwandelt er in konzentriertes Denken und Handeln, Ungeduld in Besonnenheit und Weitsicht, Unzufriedenheit in konstruktive Kritik und den Drang nach Verbesserung. So können wir den Übergang vom Winter zum Frühling kreativ nutzen – ob zum Frühlingsputz oder zur beginnenden Umsetzung unserer „Winter-Konzepte“ (wie war das mit den guten Vorsätzen zu Neujahr?). Es ist die Gewißheit, daß der Fortschritt unseres Lebens ohnehin unaufhaltsam ist, die uns im einzelnen Moment Tatkraft und Stärke und zugleich Ruhe und Gelassenheit schenkt.

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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