Heilsteine aus der Heimat: Tessin und Graubünden – Teil 2

Da sich die Erde an mehreren Stellen (meist inmitten der Ozeane) öffnet und die Kontinente auseinander drängt, läßt es sich bei einem runden Planeten nicht vermeiden, daß es anderswo zu Kollisionen kommt. Der sich öffnende Südatlantik war daher auch schuld daran, daß es zwischen Afrika und Europa zur Kollision kam – und deren Resultat versperrt uns heute die freie Sicht auf Italien und ist daher der eigentliche Grund für die regelmäßigen Staus vor Tunneln und Pässen: Aus dieser Kollision von Afrika und Europa sind die Alpen entstanden!

Im Druck, der Reibung und der Hitze dieser „kontinentalen Begegnung“ sind jedoch sehr interessante Gesteine mit faszinierenden Heilwirkungen entstanden. Daher habe ich die Reihe „Heilsteine aus der Heimat“ im Juni 2010 (Newsletter Nr. 40) mit dem Glaukophanschiefer aus dem Aosta-Tal begonnen, der in Steinheilkunde-Kreisen längst legendär ist, und im Oktober 2010 (Newsletter Nr. 42) mit Amphibolit, Bronzit-Peridotit und Granat-Amphibolit aus Graubünden sowie Eklogit (Granat-Pyroxenit) aus dem Tessin fortgesetzt. Diese Newsletter können Sie übrigens auf meiner Homepage nachträglich noch herunterladen: http://www.michael-gienger.de/news

In dieser Folge erfahren Sie mehr über Granat-Peridotit, Marmor und Staurolith-Granatschiefer aus dem Tessin sowie den wenig bekannten, aber sehr interessanten Metagabbro aus Graubünden. Auch diese Gesteine aus den Schweizer Südalpen stammen aus dem Umfeld der „Insubrische Linie“, der geologischen Grenze zwischen Europa und Afrika. In der Kollision dieser beiden Kontinente wurde ein 1000 km breiter Ozean (die Tethys) gewissermaßen „verschlungen“ und die Ozeanböden ins Hochgebirge verfrachtet. Drei der vier besprochenen Gesteine stammen daher ursprünglich aus dem Meer. Das vierte wurde bei den gewaltigen Gesteinsverschiebungen (das Nordtessin wurde an der „Insubrischen Linie“ um etwa 25 km gegenüber dem Südtessin angehoben und um rund 60 km gegen Osten versetzt) dem Erdmantel entrissen und stammt ursprünglich aus 120 km Tiefe. Gesteine dieser Art sind extrem selten und finden sich nur an wenigen Orten der Erde. Doch nun genug der Vorrede, lesen Sie selbst:

Granat-Peridotit (Pyrop-Olivin-Fels)

Dieses dunkelgrüne, manchmal fast dunkelgrau erscheinende Gestein von der Alpe Arami im Tessin mit seinen leuchtend roten Granat-Kristallen ist ein „Meta-Peridotit“ (ein metamorph überprägter Peridotit) aus dem europäischen Erdmantel. Das in 120 km Tiefe bei fast 1000° C und über 45 kbar Druck entstandene Gestein entstammt der frühalpinen Metamorphose. Es enthält chromreiche Mineralien, insbesondere schwarzgrünen Olivin, braunen Bronzit sowie mitunter intensivgrünen Chromdiopsid und chromreichen roten bis rotvioletten Granat (Pyrop). Dieser ist oft von einem dunklen Spinell-Mäntelchen umgeben, das sich aus der Umwandlung von Granat bildet, wenn der Druck nachläßt, aber nach wie vor eine hohe Temperatur vorliegt. Mitunter sind die Granat-Kristalle auch „durchgehend“ umgewandelt und es finden sich an ihrer Stelle dunkle Spinelle. Auch die anderen genannten Mineralien können sich umwandeln, wenn Druck und Hitze nachlassen. Dadurch finden sich stellenweise Serpentin und Chlorit, die auf Kosten der o.g. Mineralien gebildet wurden. Ein sehr interessantes und seltenes Gestein also, denn Gesteine aus dieser Tiefe finden sich, wie gesagt, nur an wenigen Orten der Erde.

Da die Hauptmasse des Gesteins aus rhombischen Mineralien besteht (Olivin, Bronzit), neben wenigen monoklinen Begleitmineralien (Chromdiopsid, Serpentin, Chlorit), spricht es ähnlich wie der in Newsletter Nr. 42 besprochene Bronzit-Peridotit insbesondere Menschen an, die sich fürsorglich um andere kümmern oder engagiert für das Wohl ihrer Umgebung eintreten – und dabei häufig die Neigung haben, es jedem recht machen zu wollen und sich selbst zu vergessen. Ähnlich wie beim Bronzit-Peridotit sorgt auch im Granat-Peridotit der Olivin-Anteil für eine ausgewogene Kombination von Tatkraft (Eisen), innerer Gelassenheit (Magnesium) und Widerstandskraft (Inselsilikat), was die Unterscheidung eigener und fremder Ansprüche und Bedürfnisse fördert. Olivin macht deutlich, wo das selbstverständliche Erfüllen der Erwartungen Anderer uns vom eigenen Kurs abbringt, uns zusätzlichen Aufwand beschert und zum Raubbau an den eigenen Kräften führt. Doch während der „hingebungsvolle“ Bronzit den zweiten Schwerpunkt im „kompromißbereiteren“ Bronzit-Peridotit setzt, ist es hier der kubische Granat, der deutlich dominiert: Auch Granat ist ein Inselsilikat, das die Widerstandskraft stärkt, zudem liegt hier ein Pyrop vor, dessen Aluminiumgehalt die eigene Identität stärkt und dem das farbgebende Chrom einen feurigen Charakter verleiht.

Granat-Peridotit kann daher selbst in Situationen mit großem äußerem Anpassungsdruck helfen, sich zu widersetzen und der eigenen inneren Überzeugung treu zu bleiben. Das Gestein kann durchaus widerspenstig machen (und zeigt diese Widerspenstigkeit interessanterweise auch selbst, sowohl beim Abbau, als auch beim Verarbeiten und Schleifen). Je größer der Granat-Gehalt, desto stärker ist das Aufbegehren gegen alles, was als ungerecht und unterdrückerisch erachtet wird. Und desto deutlicher wird dieser Widerstand auch zum Ausdruck gebracht. Sind die Granatkristalle von Spinell ummantelt, ist der Ausdruck nach außen tatsächlich weniger intensiv; ist der Granat komplett durch Spinell ersetzt, wird auch das innere Aufbegehren milder. Doch auch dann bleibt ein ganz deutliches inneres Empfinden dafür, was richtig oder falsch ist und ein konsequentes Eintreten für die eigenen Rechte – oder die Rechte anderer! Zudem stärkt die Kombination von Olivin und Granat/Spinell Zähigkeit und Ausdauer selbst in widrigsten Umständen (kein Wunder, wenn man/frau bedenkt, woher dieses Gestein stammt!). Da es eine große Spannung mit sich bringt, ist es trotz optischer Faszination oft gewöhnungsbedürftig und nichts für Ruhephasen. Ein guter Verbündeter in Auseinandersetzungen, doch kein geeigneter Gefährte zur Entspannung und Erholung.

Granat-Peridotit fördert alles, was zur körperlichen Vitalität beiträgt. Er regt den Kreislauf an, stärkt Nerven, Sehnen, Muskeln und Gelenke, stimuliert das Immunsystem und bringt eine andauernde Spannkraft. Auch Leber und Galle werden deutlich angeregt, was die Entgiftung fördert. Jedoch empfiehlt es sich nicht, Granat-Peridotit in der Nacht zu tragen, die innere Spannung des Gesteins ist dem Schlaf abträglich, und die Entgiftung kann dann zu massiv werden, d.h. es treten möglicherweise Kopfschmerzen, schwere Glieder und heftige Träume auf. Am Tag dagegen ist Granat-Peridotit ein guter Helfer, das eigene Tagwerk zu meistern und „Tagestiefs“ problemlos zu überwinden.

Zusammenfassung

Geistig fördert Granat-Peridotit Standhaftigkeit und Widerspenstigkeit; seelisch ermöglicht er, sich selbst bei großem Anpassungsdruck treu zu bleiben; mental hilft er, deutlich wahrzunehmen, was in einer bestimmten Situation richtig oder falsch ist und dafür einzutreten; körperlich bringt er eine spürbare Spannkraft und regt Nerven, Sehnen, Muskeln und Gelenke sowie Leber, Galle, Kreislauf und Immunsystem an.

Marmor (Calcitmarmor)

Der Peccia-Marmor aus einem Seitental des Valle Maggia im Tessin ist der einzige „echte“ und „reine“ Marmor, der in der Schweiz in großem Stil abgebaut wird. Er kann sich in der Reinheit und Qualität durchaus mit dem italienischen Carrara-Marmor messen. Ähnlich wie dort handelt es sich um einen Calcitmarmor (metamorphen Kalkstein), meist schneeweiß, gelblich oder hellgrau, homogen einfarbig oder mit grauen bis grünlichen Marmorierungen und Bänderungen. Ein monomineralisches Gestein aus Calcit (Calciumcarbonat), gelegentlich mit eingelagertem grauem oder bräunlichem Glimmer (Phlogopit). Mesozoische, d.h. aus dem Erdmittelalter (Trias, Jura, Kreide) stammende Kalk-Sedimente (ursprüngliche Kalkriffe des Tethys-Meeres) wurden während der alpinen Gebirgsbildung in ca. 30 km Tiefe bei ca. 600°C und 8 kbar Druck metamorph überprägt (woher man/frau das weiß? – siehe den folgenden Artikel zum Staurolith-Granatschiefer). Dabei entstand aus dem feinkörnigen opaken Kalk das grobkörnigere Gefüge des schwach transparenten Marmors.

Marmor ist ein seit langem bekannter und gut erforschter Heilstein. Auch die Wirkungen des Peccia-Marmors aus dem Tessin unterscheiden sich nicht von anderem Calcitmarmor (in den Forschungen hat meist Carrara-Marmor Pate gestanden). Da Calcitmarmor (sofern frei von Einlagerungen) ausschließlich aus dem Mineral Calcit, einem Calciumcarbonat, besteht, zeigt er ähnlich wie andere Calcitmineralien aufbauende, stärkende Wirkungen. Die metamorphe Entstehung bringt jedoch deutliche Unterschiede zum im Handel „üblichen“ Calcit mit sich, der meist sedimentärer (sekundärer) Entstehung ist.

Metamorphe Steine sind üblicherweise in jenen Lebensphasen eine Hilfe, in denen etwas zu Ende geht. Sei es, daß wir selbst etwas aktiv beenden wollen – oder daß ein Ende eingetreten ist, gewollt oder ungewollt, das wir nun akzeptieren müssen, da wir es nicht mehr ändern können: Eine Trennung, eine Kündigung, vielleicht sogar der Verlust eines geliebten Menschen. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als „loszulassen“.

Die Folge eines solchen Verlustes ist Trauer. Und es ist wichtig, daß wir uns zugestehen, trauern zu dürfen. Denn in der Trauer kann die Auseinandersetzung mit dem Ereignis und dadurch auch das Loslassen geschehen. Wenn wir uns die Trauer verbieten, versuchen, sie zu ignorieren, zu vergessen und zu verdrängen, dann gibt es keine Lösung, die offene Wunde bleibt. Wenn wir aber in die Trauer hineingehen, haben wir die Chance, zu erkennen, was wir verloren glauben: Zuneigung, Kontakt, Kommunikation oder Verständnis. Wir haben die Chance, genau zu sehen, was uns nicht losläßt: Welches Interesse, welches Sehnen, welches zwanghafte Verlangen, welches Hindernis, welcher Mangel oder welche Zurückweisung. Und je genauer wir es sehen, je besser wir es verstehen, desto leichter können wir es akzeptieren und schließlich loslassen. Tun können wir dabei nur eines: Hinschauen! Denn Abwenden und Wegschauen bringt keine Erlösung.

Metamorphe Heilsteine nehmen uns den Weg durch die Trauer nicht ab, doch sie machen ihn mitunter leichter. Sie fördern die innere Auseinandersetzung und das Verständnis, und sie bringen Hoffnung, immerhin sind sie selbst aus großen Widrigkeiten entstanden. Loslassen läßt sich nicht „machen“. Es geschieht, wenn wir uns mit der Situation auseinandersetzen. Daher ist Loslassen auch eine Frage des Vertrauens. Und das kann durch Heilsteine gefördert werden. Marmor ist ein solcher „Stein des Loslassens“. Der in ihm enthaltene Calcit bringt die Kraft und Stärke, sich mit der Trauer auseinanderzusetzen und hindurchzugehen.

Zusammenfassung:
Marmor unterstützt auf geistiger Ebene, unglückliche Lebensumstände zu wandeln. Seelisch hilft er, sich von Trauer, Unzufriedenheit und anderen unglücklichen Gefühlen zu lösen. Mental bringt Marmor Einsichten, wie sich scheinbar unabänderliche Dinge verändern lassen, und hilft dadurch, neue Perspektiven und kreative Problemlösungen zu finden. Wie andere Calcit-Mineralien auch, fördert er körperlich den Calcium-Stoffwechsel und hilft dadurch bei Gelenkbeschwerden, Knochenbrüchen und Osteoporose. Er harmonisiert das Immunsystem, lindert Allergien (die ja im Grunde auch eine Abwehr von etwas sind, mit dem sich der Körper nicht auseinandersetzen will), stärkt Nieren und Milz und fördert die Entwicklung von Kindern.

Metagabbro

Metagabbro ist ein – wie der Name sagt – metamorph umgewandelter Gabbro, ein schlierig schwarz-weiß gestreiftes Gestein aus schwarzer Hornblende und weißem Feldspat (Plagioklas). In den Südalpen ist er aus metamorph umgewandeltem Ozeanboden entstanden, aus etwa 150 Millionen Jahre alten Gabbros. Am mittelozeanischen Rücken der Tethys, einem im Erdmittelalter (Mesozoikum) zwischen Afrika und Europa gelegenen Ozean, entstanden basische Magmatite in großen kissenähnlichen Formationen (sog. „Pillow-Lava“). Dabei bildete sich in den großen Formationen kein feinkörniger Basalt, sondern der chemisch identische, aber wesentlich grobkörnigere Gabbro, der später in der alpinen Gebirgsbildung metamorph überprägt wurde. Im Unterschied zu den ehemaligen Basalten, aus denen in der Metamorphose schwarz-weiß gesprenkelter Amphibolit entstand (siehe Newsletter Nr. 42 vom Oktober 2010), weist Metagabbro keine gesprenkelte Textur sondern ein schlieriges Gefüge auf, das auch „Flasergefüge“ genannt wird.

Da die Ausgangsgesteine (Basalt und Gabbro) chemisch nahezu identisch waren, ist auch der Mineralbestand der daraus hervorgegangenen Metamorphite Amphibolit und Metagabbro identisch: Hornblende und Plagioklas-Feldspat. Der einzige Unterschied besteht im Gefüge der Gesteine und im Mengenverhältnis der Mineralien – und interessanterweise ergibt sich daraus tatsächlich ein wahrnehmbarer Wirkungsunterschied. Doch zunächst zu den Gemeinsamkeiten der beiden Gesteine:

Die in beiden Gesteinen enthaltene monokline Hornblende (der dunkle Anteil) ist ein Kettensilikat der Amphibolgruppe, das stärkt, kräftigt und hilft, innere Spannungen und Zerrissenheit, wachsende Frustration und unangenehme Gefühle durch Beharrlichkeit und Tatkraft zu überwinden. Hornblende fördert die „Problemlösung durch Tun“ und stellt in der Kombination mit Feldspat die eher im Unterbewußtsein wirkende Komponente dar. Im Gegensatz dazu fördert der trikline Plagioklas-Feldspat (der helle Anteil) Wachheit und Beobachtungsgabe, das bewußte Betrachten und Durchdringen von inneren Bildern, Erinnerungen und Wahrnehmungen. Er ist die eher durch das Wachbewußtsein wirkende Komponente.

Im Amphibolit führt die „gute Durchmischung“ und mengenmäßige Ausgewogenheit zu einer guten Korrespondenz der beiden Faktoren, einem Miteinander von Wachbewußtsein und Unterbewußtsein, von Verstand und Gefühl. Im Metagabbro sind die beiden Komponenten durch das Flasergefüge deutlicher voneinander abgesetzt, zudem dominiert der dunkle Anteil der Hornblende. Dadurch wirkt Metagabbro deutlich instinktiver aus dem Unterbewußtsein heraus, dem der wachbewußte Anteil eher als Beobachter beigestellt ist. Während Amphibolit sehr gut zum Nachdenken und Auswerten bestehender Situationen geeignet ist, bringt Metagabbro kaum Lösung durch Überlegen, sondern vor allem durch das Anpacken und die Tat – und erst im Laufe des Tuns wird dann die Lösung offenbar.

Metagabbro ist daher ein Stein, der in unüberschaubaren Situationen, bei starker innerer Anspannung oder bei „unklarer Gefühlslage“ dazu motiviert, sich aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen und Veränderungen in Gang zu bringen. Dabei sind die Konsequenzen zu Beginn meist nicht berechenbar, doch ein aufkommendes deutliches Gefühl zeigt, wo es lang geht. Metagabbro hilft, diesem Gefühl zu vertrauen, Zweifel beiseite zu stellen, jedoch nicht blind zu agieren, sondern genau zu beobachten, was vor sich geht und wohin der Weg führt. Durch dieses Beobachten wird der Sinn des Ganzen an einem bestimmten Punkt des Weges plötzlich klar, noch bevor das Ziel erreicht ist. An diesem Punkt hilft Metagabbro dann, Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit (die gerne aufkommen, wenn „alles klar“ erscheint) zu vermeiden, und den eingeschlagenen Weg ruhig und besonnen weiterzuverfolgen.

Körperlich wirkt Metagabbro sehr ähnlich wie Amphibolit: Auch er hilft in in jenen Bereichen, die durch innere Spannungen besonders leiden. Er kräftigt die Nieren, stabilisiert das vegetative Nervensystem und hilft bei seelisch bedingten Verdauungsbeschwerden. Er hilft außerdem bei Beschwerden von Kehlkopf und Stimmbändern, insbesondere wenn die Stimme undeutlich und belegt klingt (auch als Folge von Erkrankungen). Ebenso hilft er bei funktionellen Ohrenbeschwerden (Schwerhörigkeit, Ohrgeräusche, Tinnitus), interessanterweise auch hier vor allem dann, wenn die Beeinträchtigung als „undeutliche“ Wahrnehmung erlebt wird.

Zusammenfassung
Geistig hilft Metagabbro, unüberschaubare Situationen instinktsicher zu meistern; seelisch ermöglicht er, unklare Gefühle durch aktive Auseinandersetzung zu klären; mental hilft er, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen und die Konsequenzen des eigenen Tuns zu beobachten; körperlich stärkt er Nieren, Verdauung und das vegetative Nervensystem und hilft bei Beschwerden der Ohren, des Kehlkopfs und der Stimmbänder, insbesondere bei „undeutlicher“ Wahrnehmung oder Stimme.

Staurolith-Granatschiefer (Metapelit)

Der in den Südalpen weit verbreitete Glimmerschiefer ist ein „Metapelit“, d.h. ein metamorph überprägtes Tongestein (Pelit). Aus dem im Erdmittelalter (Mesozoikum = Trias, Jura und Kreide) am Meeresgrund der Tethys (dem Ozean zwischen Europa und Afrika) abgelagerten Schlamm entstanden mächtige tonige Sedimente (Pelite), die während der alpinen Gebirgsbildung metamorph überprägt wurden. Der hier besprochene Staurolith-Granatschiefer aus dem Peccia-Tal, einem Seitental des Valle Maggia im Tessin, ist ein solcher Metapelit, der in ca. 30 km Tiefe bei ca. 600° C und 8 kbar Druck metamorph umgewandelt wurde. Aus dem tonreichen Gestein entstand dabei Glimmerschiefer mit meist hellem Glimmer (Muskovit), in dem sich mitunter dunkelroter bis braunroter Granat (Almandin), brauner Staurolith und bläulicher Disthen finden.

Diese Mineralien geben Aufschluß über die bei der Metamorphose einwirkenden Faktoren Druck und Hitze und zeigen damit die genauen Bildungsbedingungen des Gesteins an: Granat tritt nämlich in Gneisen und Glimmerschiefern erst ab ca. 500° C auf – Staurolith ist andererseits (je nach Druck) nur bis maximal 650° C beständig. Disthen wiederum findet sich zwar in einem breiten Temperaturspektrum, jedoch nur bei mindestens 4 kbar Druck, was einer Tiefe von mindestens 15 km entspricht. Wenn sich also alle drei Mineralien zugleich im Glimmerschiefer zeigen, wie es gerade bei dem hier besprochenen Gestein der Fall ist, dann lassen sich die o.g. Bildungsbedingungen abschätzen. Da der zuvor besprochene Peccia-Marmor von derselben Fundstelle stammt und gemeinsam mit dem Staurolith-Granatschiefer entstanden ist, lassen sich indirekt auch für ihn dieselben Verhältnisse (ca. 600° C und 8 kbar Druck) schlußfolgern.

Hauptbestandteil des Staurolith-Granatschiefers ist Muskovit, weißer Kalium-Aluminium-Glimmer (ein Schicht-Silikat). Glimmermineralien (Biotit, Fuchsit, Lepidolith, Muskovit und Phlogopit) sind wie viele anderen Schichtsilikate (Serpentin etc.) als „Schutzsteine“ bekannt, da sie helfen, äußere Einflüsse abzuwehren und die eigene innere Kraft zu stärken. Diese „Grundwirkung“ des Glimmerschiefers wird deutlich verstärkt durch die Widerstandskraft der drei Inselsilikate Granat, Staurolith und Disthen, die zudem alle drei das Identität stärkende Aluminium und in Staurolith und Almandin-Granat auch kraftspendendes Eisen enthalten. Eine Power-Mischung, die eingebettet in den umhüllenden, schützenden und bergenden Muskovit jedoch nicht zu äußerem Aktivismus wird, sondern sich aufbauend und stärkend nach innen kehrt.

Als metamorphes Gestein ist Staurolith-Granatschiefer daher ein typischer Krisenstein, der in Zeiten tiefgreifenden Wandels hilft, die eigenen Kräfte zu wahren und zu regenerieren. Das Gestein besitzt jedoch nicht die lösenden Qualitäten des o.g. Marmors, es dient nicht dem Loslassen und der Trauerbewältigung, da es nicht öffnet für Emotionen, sondern durch den großen Muskovit-Anteil eher hilft, Gefühlsregungen zurückzuhalten, um geistig klar das Notwendige zu tun. Muskovit hilft, selbst bei Ängsten, überwältigenden Problemen, Provokationen oder offenen Angriffen nüchtern, gefaßt und kontrolliert zu bleiben. Thema des Staurolith-Granatschiefers ist daher, von Krisen unbeeindruckt zu bleiben und vernünftig zu tun, was getan werden muß. Er repräsentiert den metamorphen Aspekt des „aktiven Beendens und Aufräumens“, bis alle unerledigten Dinge vollendet sind und man/frau sich leicht vom Alten, Vergangenen abwenden kann. Der Anteil von Staurolith und Granat (die meistens beide vertreten sind) bringt große Kraft und eine immense Ausdauer hinzu. Der an der genannten Fundstelle eher selten auftretende Disthen fördert darüber hinaus Spontanität und Schnelligkeit und vertieft die innere Gelassenheit.

Körperlich hilft Staurolith-Granatschiefer bei allen Folgen von Streß und langandauernder Belastung: Er stärkt die Nerven, hilft bei vegetativen Störungen und Beschwerden von Magen, Darm, Galle und Nieren (letzteres insbesondere, wenn Anteile von Disthen vorhanden sind) sowie bei Zittern, Nervosität und Herzbeschwerden. Staurolith-Granatschiefer wirkt auf sehr sanfte Weise entschlackend und entgiftend und stabilisiert daher bei langfristigem Gebrauch auch das Immunsystem. Er stärkt den Kreislauf, bereitet jedoch in der Regel keine Probleme bei Bluthochdruck. Insgesamt ist auffallend, daß der aus kraftvollen Mineralien bestehende Staurolith-Granatschiefer eher unauffällig wirkt, so daß es oft einige Zeit dauert, ehe seine Wirkung wahrgenommen wird. Die von innen heraus entwickelte Stärkung hält jedoch auch geraume Zeit an, wenn der Stein abgesetzt wird.

Zusammenfassung
Geistig hilft Staurolith-Granatschiefer, die eigenen Kräfte in Zeiten tiefgreifenden Wandels zu wahren und zu regenerieren; seelisch ermöglicht er, in schwierigen Zeiten gefaßt und beherrscht zu bleiben und selbst große Belastungen zu meistern; mental trägt er dazu bei, vernünftig das Notwendige zu tun und Unerledigtes abzuschließen; körperlich stärkt er von innen heraus (langsam, aber dauerhaft) Nerven, Nieren, Kreislauf, Magen, Darm, Immunsystem, Galle und Herz.

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Anmerkungen
Die Reihe „Heilsteine aus der Heimat“ wird in einem der folgenden Newsletter mit Heilsteinen aus dem Fichtelgebirge fortgesetzt. Alle oben besprochenen Heilsteine sind im Fachhandel auch verfügbar, jedoch darf ich hier aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes leider keine Bezugsquellen nennen. Fragen Sie daher bei Interesse im Mineralienfachhandel nach.

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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