Die Tag- und Nacht-Seite der Edelsteine – Teil 2

So, zu guter Letzt nun die versprochene Auswertung der Umfrage aus Newsletter Nr. 36 (Dezember 2009). Dort hatte ich folgende Frage gestellt: „Bei welchen Heilsteinen konnten Sie verschiedene oder gar gegensätzliche Wirkungen beobachten, je nachdem, ob die Steine tagsüber oder in der Nacht getragen bzw. angewandt wurden? Welche Wirkungen konnten Sie dabei beobachten?“

Das spannende an den Rückmeldungen dazu war, daß Fragen, die durch ein bestimmtes Feedback aufgeworfen wurden, mitunter in einer anderen Mail schon ihre Antwort fanden. Ich mußte im Grunde nichts anderes tun, als eine Weile abzuwarten und dann die eingegangenen Mails zu sortieren und in die richtige Reihenfolge zu bringen:

So wurde in den meisten Mails über Steine berichtet, die am Tage gut verträglich und wirksam, in der Nacht jedoch zu stark oder gar unerträglich waren. Dazu ein exemplarisches Zitat:

„Ein Erlebnis hatte ich mit meiner wunderschönen Sterngranat-Kugel, die ich lange Zeit nachts auf den Bauch legte (…). Plötzlich ertrug ich den Granat nicht mehr, jedenfalls nicht mehr die grosse Kugel. Ich bekam heftige Bauchkrämpfe und es dauerte lange, bis ich auf die Idee kam, dass es am Granat liegen könnte.
Als ich ihn austauschte gegen einen Mookait gingen die Bauchschmerzen schlagartig weg. Ein kleinerer Sterngranat liegt immer noch bei mir am Kopf, das geht.
Dann gibt es noch Steine, die ich nach wenigen Selbstversuchen im Schlaf schnell weglegte, weil sie mir zu intensiv wurden, allerdings kann ich die Wirkung nicht richtig erklären. Am ehesten war es, als ob meine Wahrnehmung sich völlig verändert hätte: Dazu gehören der Moldavit und der Eisenmeteorit.
Gleichzeitig haben all die obengenannten Steine tagsüber eine sehr schöne, auch intensive aber weniger „grenzmässige“ Wirkung.“

Über den umgekehrten Fall, daß Steine tagsüber zu stark und nur nachts erträglich wären, wurde interessanterweise NIE berichtet! Es blieben die meisten Berichte bei dem Schema, daß Steine nachts stärker wirken, als tagsüber. Und was in der Nacht als „gerade angenehm“ erlebt wurde, schien am Tag sogar „wirkungslos“:

„Im Gegensatz dazu finde ich es wenig interessant (…), tagsüber Rauchquarz/Morion zu tragen, der mir nachts unglaublich gut tut und mir sogar mein leidiges Karpaltunnel-Syndrom in Sekundenschnelle auflöst.“

Sehr interessant war in dem Zusammenhang ein Bericht, bei dem ein Kind schon nach kurzer Zeit spürte, daß es einen durchaus passenden Heilstein nur am Tag und nicht in der Nacht tragen konnte:

„Aufgrund ihrer Infos zum Larimar im vorletzten Newsletter hatte ich das Gefühl, dass meine achtjährige Tochter genau diesen Stein für ihr derzeitiges Seelenleben braucht (…). Also bekam sie zu Weihnachten einen Larimar, den sie sich selbst aussuchen durfte. Sie war weder begeistert von ihm noch lehnte sie in ab – sie trug ihn einfach auf meinen Rat hin und war ganz stolz. Aber schon am erste Abend – sie lag eine Weile im Bett – teilte sie mir mit, dass sie den Stein in der Nacht nicht tragen könne: ‚Mama, der geht nachts nicht, nur am Tag‘. Gut, ich habe das akzeptiert, obwohl ich dachte, dass er in der Nacht doch bestimmt gut zur Entfaltung beitragen würde. Seitdem hänge ich ihr morgens den Stein um und abends zieht sie ihn selbständig aus, obwohl das nicht unbedingt selbstverständlich ist, da sie oft Dinge vergisst und ich mich schon gewundert habe, dass sie jedes Mal daran denkt, ihn wieder auszuziehen. (…)
Verwunderlich ist für mich, dass sie gerade in der Zeit, in der sie ihn nach meinem Empfinden und nach ihren Beobachtungen tragen sollte, nicht tragen kann. Warum kann ich mir höchstens so erklären, dass sie sich nicht für diese Energie öffnen kann.“

Ein schöner Beweis für die intuitiven Fähigkeiten von Kindern, die viele Einflüsse (und damit auch die Wirkungen von Steinen) früher und deutlicher wahrnehmen, als wir Erwachsenen. Wir brauchen oft den Schmerz oder das vehement unangenehme Erleben (s.o.), bevor wir reagieren. Doch warum wird der Stein, der in der Nacht für Schutz sorgen sollte, genau da als „nicht passend“ erlebt, während er tagsüber offenbar gute Dienste leistet? Eine mögliche Erklärung dazu bot eine andere Mail:
„Nahezu alle Steine zeigen (meiner Erfahrung nach) tagsüber und nachts z.T. ein wenig unterschiedliche Wirkung. Ich ging davon aus, dass das durch den – tagsüber bewusst gesteuerten – Willen geschieht.
Will heißen: Tagsüber habe ich viel eher im Blick, was ich gerade an Arbeit mit/durch den Stein ertragen kann. Wenn ich etwas nicht ‚will‘, dann lasse ich es. Tagsüber ‚erlaube‘ ich dem Stein, nur so tief zu wirken, wie ich es willentlich und bewußt zulasse.
Nachts habe ich da eher nur eine bedingte Kontrolle. Und daher kann der Stein dann nachts auf einer anderen Ebene wirken und daher auch ein anderes Gesicht zeigen.“

Zum oben genannten Larimar würde diese Erklärung durchaus passen. Larimar kann einerseits die Verarbeitung aufgenommener Eindrücke und Wahrnehmungen beschleunigen und verbessern und so eine gewisse „Schutzwirkung“ entfalten. Diese Wirkung wird vor allem tagsüber beobachtet, offenbar ist für die „Verarbeitung“ der wachbewußte Verstand notwendig. Die Schutzwirkung des Larimars ist nie ein „Abgrenzen“ wie z.B. bei Türkis oder Serpentin, sondern immer ein besseres Beobachten und „Verdauen“. Dafür ist Bewußtheit notwendig.

Auf der anderen Seite kann Larimar die Wahrnehmungskanäle öffnen, so daß wir „feine Antennen ausfahren“ und eine an Hellsichtigkeit grenzende Wahrnehmungsgabe entwickeln. Die dann auftretenden Gefühle und „Ahnungen“ können als „Grenzenlosigkeit“ oder „Schutzlosigkeit“ erlebt werden – insbesondere in der Nacht (oder nach der Nacht), wie es eine frühere Mail exemplarisch berichtet:

„Nachdem ich Ihren Oktober-Brief gelesen habe, wollte ich natürlich gleich den Larimar (…) ausprobieren. Nachdem ich ihn in der Nacht umhatte und heute in der Früh nochmal zwei Stunden, musste ich ihn weglegen. Er hatte eine Wirkung bei mir, so dass ich mir vorkam, wie durch den Wind. Es reichte schon, dass der Chef sich wegen dem Telefon aufregte, das mein Kollege vergessen hatte umzustellen. Aber er schaute mich dabei an! Ich fühlte mich sofort schlecht und musste heulen. Das ist mir in der Arbeit noch nie passiert!
Hab ich da was falsch verstanden? Der Larimar sollte doch schützen vor solchen Übergriffen, ich wollte doch durchlässiger werden!“

Diese Mail war der Anlaß zu meinen seit Ende Oktober andauernden Studien zur „Tag- und Nacht-Seite der Edelsteine“, denn im Grunde wirkte der Larimar, wie er sollte: Er machte tatsächlich durchlässiger! Doch während Durchlässigkeit bei wachem Bewußtsein („tagsüber getragen“) eben zu einer raschen Auffassungsgabe und einem besseren „Verdauen“ von Wahrnehmungen führt, bewirkt Durchlässigkeit ohne Wachbewußtsein („nachts getragen“) offenbar eine stärkere (unbewußte) Betroffenheit und dadurch größere Empfindlichkeit – die leider auch in den Tag hinein anhält.

Als ich die o.g. Mail erhielt, wurde mir damals schlagartig klar, daß alle Berichte und Testergebnisse, die ich von meinen Büchern „Die Steinheilkunde“, „Lexikon der Heilsteine“ oder „Stein und Blüte“ bis hin zum Newsletter Nr. 35 (Oktober 2009) für die jeweiligen Larimar-Kapitel ausgewertet hatte, fast ausschließlich Erfahrungen mit tagsüber getragenen Steinen waren! Wie in meinem Newsletter Nr. 36 (Dezember 2009) geschildert, lagen mir bis dahin nur sehr wenige Berichte von Menschen vor, die Larimar in der Nacht getragen hatten. Das hat sich jetzt ein wenig geändert – aber es dürfen gerne noch mehr Berichte werden!

Doch nun zurück zur „allgemeinen“ Tag- und Nacht-Seite der Edelsteine: Die Auswertung der bisher vorliegenden Berichte (von denen ich nur einzelne zitiert habe) legt nahe, daß nicht die Steine selbst in der Nacht eine andere „Energie“ oder „Wirkung“ besitzen als am Tag, sondern daß unsere eigene „Empfänglichkeit“ oder eben die „bewußte Kontrolle“ Ursache der beobachteten Unterschiede ist. Dies wird auch dadurch unterstrichen, daß KEINE EINZIGE Rückmeldung von wirklich „verschiedenen“ Wirkungen sprach, sondern stets von unterschiedlichen Intensitäten oder von unterschiedlicher Verträglichkeit/Unverträglichkeit berichtet wurde. Auch hierfür ein exemplarisches Zitat:

„Gerne würde ich Ihnen meine Beobachtungen zur unterschiedlichen Wirkung von Steinen auf mich im Schlaf- bzw. im Wachzustand mitteilen. Als erstes und auffälligstes ist da der Phantomquarz, einer meiner absoluten Lieblingssteine. Ich habe mehrere von ihnen, darunter drei kleine Spitzen mit roten Einschlüssen, die ich mir zuweilen beim Schlafen auflegte.
Meistens schlief ich sehr unruhig, oft wusste ich beim Aufwachen nicht mehr, ob ich nun geschlafen hatte oder nicht. Es war, als hätte ich in einem „Zwischenzustand“ gelegen. Da ich ja schlafen wollte – bei aller Liebe zu intensiven Erfahrungen… – legte ich die Steine weg und schlief tief.
Als ich mir im November einen wunderschönen klaren Bergkristall-Phantomquarz mit pyramidenförmigen Zeichnungen kaufte, konnte ich allerdings nicht widerstehen. Die gleiche Erfahrung, allerdings noch viel intensiver. Ich kam in einen Zustand, den ich fast unangenehm empfand, d.h. ich hatte das Gefühl, während des ganzen Schlafs nachgedacht zu haben, ohne zu wissen worüber. Ich hatte mich fast in einer Art „Zwischenwelt“ befunden.“

Isabel Silveira, brasilianische Kristallheilerin und Autorin des Buchs „Wesen und Wirken der Kristalle“ (Neue Erde, Saarbrücken 2009), schreibt über Phantomquarze: „Phantomquarze sind exzellente Hilfsmittel bei der Meditation und um uns mit höheren Bewußtseinsbereichen zu verbinden.“

Was im Wachzustand als Ausdehnung des Bewußtseins über die gewohnten Grenzen hinaus erlebt wird („Hilfe zur Meditation“) kann in der Nacht ohne die bewußte Kontrolle durchaus zu einer regen geistigen Tätigkeit werden, die möglicherweise in andere Welten („Zwischenwelt“) führt, aber der Regeneration des Körpers nicht unbedingt zuträglich ist.

Es verdichtet sich also der Eindruck, daß die Wirkung der Steine im Grunde immer dieselbe ist, daß wir selbst jedoch im „kontrollierten Tagesbewußtsein“ anders damit umgehen, als im „unbewußten Zustand des Schlafes“. Am Tag steuern wir offenbar auch die Wirkungen der Steine mit unserem Willen und unserem „Wahrnehmungsfilter“, während wir in der Nacht viel offener und empfänglicher für dieselben Wirkungen sind. Das gilt auch für die körperliche Ebene, denn auch das Immunsystem reduziert in der Nacht seine Aktivitäten.

Dieser o.g. Gesamteindruck wird dadurch unterstrichen, daß Steine in den vorliegenden Berichten während der Nacht durchweg als „stärker“, „kraftvoller“ und „wirksamer“ sowie bisweilen auch als „zu stark“ oder „unangenehm“ im Vergleich zur „Tageswirkung“ geschildert wurden. In keinem einzigen (!) Bericht war es umgekehrt.

Die mehrfach geschilderte „tiefer nach innen gehende“ Wirkung während der Nacht dürfte ebenfalls auf die unterschiedliche Orientierung unseres Bewußtseins zurück gehen: Tagsüber sind wir extrovertiert, hier „erleben wir uns in der Welt“. Nachts sind wir eher introvertiert (zumindest, wenn wir uns zurückziehen oder schlafen), dann „erleben wir die Welt in uns“. Die Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit führt offenbar auch die Wirkung der Steine tagsüber eher „nach außen“ (als Unterstützung unserer aktiven Lebensgestaltung) und nachts eher „nach innen“, wo Erinnerungen, Bilder und Gefühle berührt werden, die sich dann auch als Traumgeschehen äußern.

Das kann dazu führen, daß die Wirkung eines Steins sehr unterschiedlich erscheint, obwohl es im Grunde dieselbe Qualität ist:

  • Die „Festigkeit“ des Lapislazuli, die tagsüber für Bewußtheit und die Kontrolle des eigenen Raums sorgt („Herrscher im eigenen Reich“), kann dann in der Nacht zu bleiernem Schlaf führen.
  • Die „Klärung“ des hellen Amethysts, die tagsüber für Ruhe und inneren Frieden sorgt, kann in der Nacht „Entrümpelungsträume“ auslösen, die zu Unruhe und schlechtem Schlaf führen.
  • Oder, wie bereits oben beschrieben: Die „Offenheit“ des Larimar kann tagsüber zu bewußter Wahrnehmung und einem besseren „Verdauen“ dieser Wahrnehmungen führen („Schutz“), in der Nacht (und der darauf folgenden Zeit) jedoch eine stärkere Betroffenheit und größere Empfindlichkeit bewirken („Schutzlosigkeit“).

Dieselben Wirkungen also – doch aus verschiedenen Blickwinkeln (extrovertiert oder introvertiert) unterschiedlich erlebt. Es kann also durchaus ratsam sein, sich genau zu überlegen (oder gegebenenfalls auch energetisch auszutesten), wann bestimmte Steine zu tragen sind. Auf jeden Fall sollten Sie auf Ihr Gefühl hören, wenn Sie einen Stein „lieber nicht“ in der Nacht oder „lieber nur“ zu einer bestimmten Zeit tragen wollen. Und generell gilt natürlich: Achtsam sein und stets aufmerksam beobachten, was vor sich geht…

So weit nun das erste Resultat dieser Auswertung. Es wird sicher nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit sein, dafür liegen insgesamt noch zu wenige Berichte vor. Ich freue mich daher auch über weitere Rückmeldungen, insbesondere wenn Ihre Beobachtungen von den oben zitierten Berichten abweichen oder Ihre Schlußfolgerungen den obigen widersprechen. Denn wenn Widersprüche auftauchen, zeigt das, daß noch nicht alles verstanden ist – und dann wird es interessant, weiterzuforschen. Bislang zeichnen alle Berichte allerdings ein weitgehend übereinstimmendes, sehr einheitliches Bild, wie oben geschildert.

Auf jeden Fall möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei allen bedanken, die mit ihren Berichten zu dieser kleinen Studie beigetragen haben. Dafür ganz herzlichen Dank! – Ich hoffe, daß die Fragen, die in den Berichten hier und da aufgetaucht sind, mit dieser Zusammenfassung ihre Antwort gefunden haben.

Sollten sich weitere Erkenntnisse ergeben, werde ich in einem späteren Newsletter darüber berichten!

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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