Katarina Michel & Peter Michel: 12 Gesetze der Heilung

Katarina-Michel-und-Peter-Michel-12-Gesetze-der-HeilungAquamarin Verlag, 2011, 187 Seiten, 14,95 €

Katarina und Peter Michel erforschen seit vielen Jahren die Gesetzmäßigkeiten, mittels derer Heilungserfolge zustande kommen können – oder bei deren Nichtbeachtung, das gibt es eben auch, Heilung nicht gelingt. „Die Ursachen von Krankheit und Gesundheit können nicht isoliert betrachtet werden,“ schreiben die Autoren.

Denn hinter „dem Mysterium aller Heilung steht ein unerschütterbares Gesetz, das einen Namen trägt – ORDNUNG.“ „Alles, was aus der Ordnung, nämlich der Ordnung der Welt herausfällt, wird zum Chaos und letztlich zur Krankheit.“ Dabei komme es weniger auf die Methoden an, mittels derer Heilung geschehen kann, als vielmehr auf die innere Verfassung aller am Heilungsprozess beteiligten Personen. „Es ist eines der bemerkenswertesten Phänomene der Geschichte,“ so die Verfasser, „dass alle wirklich großen Heiler immer wieder darauf hingewiesen haben, welche entscheidende Rolle der Erkrankte selbst zu seiner Heilung beizutragen hat.“ Wie umfassend und vielschichtig dieser Beitrag ist, wird in „12 Gesetze der Heilung“ dargelegt. Dabei ist dieses Buch kein „How-to-do-Ratgeber“, sondern ein Führer in das eigene Innere.

Das Buch gliedert sich in zwölf Kapitel, für jedes Gesetz eins. Die Kapitel wiederum sind so gegliedert, dass zuerst das jeweilige Gesetz genannt und erklärt wird, dann wird dessen Anwendung erläutert, und schließlich endet das Kapitel mit einem „Schlüsselwort“, wie die Autoren den auf einer Seite für sich allein stehenden Satz nennen. Er soll „zu einer gleichsam mantrisch-meditativen Bearbeitung des behandelten Gesetzes“ einladen. Von den zwölf Gesetzen beziehen sich die ersten acht konkret auf das Innere des Menschen, die Innenschau der Leser anregend, wie das Autorenpaar Michel schreibt: „Sie forderten den Einzelnen auf …, bestimmte geistige Grundgesetze zu beachten.“ Die darauf folgenden vier Gesetze beschreiben, wie Hilfe von Außen erfolgreich wirken könne. Als Grundlage hierfür helfen die ersten acht Gesetze, sozusagen für die Urbarmachung des Bodens, der danach durch Therapiemethoden hilfreich bearbeitet werden kann. Eine wichtige Rolle spielt für die Autoren dabei die von ihnen so genannte „Schwingungsmedizin.“ Sie benennen die Ho­mö­opathie als einen Teil davon, nebst dem geistigen Heilen. Auch Reiki gehört in den Kanon der genannten Methoden, wie auch Aura-Soma und die Bach-Blüten. Das zwölfte Gesetz ist sozusagen die Zusammenfassung aller in diesem Buch vorgestellten Gesetze. Wie der Schlussstein in einem Dachgewölbe schließt es alle anderen ab und stützt sie.

Doch warum überhaupt zwölf Gesetze? Warum nicht mehr oder weniger? Katarina und Peter Michel erklären, dass die Zahl Zwölf keine „Botschaft“ enthalte oder „Offenbarung“ sei, sondern sich ergeben habe aus ihren jahrzehntelangen Erfahrungen. Doch nicht nur Erfahrungen speisen die zwölf Gesetze, sondern auch zahlreiche, unterschiedlichste Quellen. Die legendäre „Tabula Smaragdina“ des Hermes Trismegistos gehört ebenso dazu wie die Lehre Jesu. Theosophisches Gedankengut, die Huna-Lehre aus Hawaii und die ungewöhnlichen Gedanken des indischen Weisen Krishnamurti fügen sich mit ein in das Gedankengebäude. Zahlreiche andere Denker und Therapeuten werden zitiert, darunter die amerikanische Theologin und Geistheilerin Caroline Myss, die Begründerin des Therapeutic Touch, Dora Kunz, der griechische Homöopath und Träger des Alternativen Nobelpreises, Georgos Vithoulkas, sowie Deepak Chopra und auch der Physiker Hans-Peter Dürr.

Die Autoren vertreten mit den in ihrem Buch beschriebenen Gesetzen das, was man einen „spirituellen Humanismus“ nennen könnte. Statt des nüchternen, einseitig intellektuell und rational betonten humanistischen Denkens, wie es seit dem 18. Jahrhundert durch die sogenannte „Aufklärung“ verfochten wurde und wohl noch wird, betonen sie einen Blick auf den Menschen, der von Herz und Vernunft gleichermaßen geprägt ist. Das Herz äußert sich darin, dass sie in ihrem Buch immer wieder hervorheben, dass man nichts erzwingen könne, dass es Gnade sei, wenn Heilung geschehe. Damit diese wirken könne, sei eine innere Haltung wichtig, die sagt: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Christen kennen dies aus dem wohl bekanntesten Gebet, das von Jesus überliefert worden ist, dem Vaterunser. Gleich zu Anfang heißt es in diesem Gebet: „Vater unser …, Dein Wille geschehe …“ Eine Haltung, die Katarina und Peter Michel gerade bei den „wirklich begnadeten Heiler[n]“ vorzufinden meinen; sie erwähnen in diesem Zusammenhang Harry Edwards. Und eine Haltung, die sie sich auch von denen wünschen, die in einen Heilungsprozess hineingehen. Denn „Heil-Werden“ bedürfe der Hingabe, so lehren Katarina und Peter Michel, „man kann es nur dankbar annehmend erleben.“ Doch alle „Aufmerksamkeit sollte stets auf die GESUNDHEIT (…) ausgerichtet sein!“ Viele spannende und berührende Beispielgeschichten illustrieren, was damit und mit der Hingabe gemeint sein kann. Somit fordert dieses Buch heraus, es immer wieder zu lesen. Man kann jedesmal etwas anderes und Neues entdecken, das nachdenklich macht und hilft, den eigenen Standort genauer zu betrachten.

Die Verfasser wollen den Lesern ihres Buches Mut machen. Seiner inneren Stimme gelte es zu vertrauen. Nicht nur das, sie appellieren außerdem ausdrücklich: „Haben Sie Vertrauen in jene unsichtbare LEBENSKRAFT, die allein Heilung zu bringen vermag.“

Einschätzung der Reiki Magazin Redaktion: Inspirierend!

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Franziska Rudnick

Veröffentlicht von

Franziska Rudnick praktiziert seit 1996 Reiki und wurde 2010 in England zur Reiki-Meisterin eingeweiht. Franziska ist Redakteurin des Reiki-Magazins. Ihr Buch "Heilende Begegnung", das 12 unterschiedliche Geistheiler portraitiert, ist 2012 im Windpferd-Verlag erschienen.

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