Steinheilkunde: Erholung und Regeneration

Die Urlaubszeit ist vorüber. Gut erholt? Zeit gehabt, zu regenerieren? – Erholung und Regeneration liegen nahe beieinander, sind jedoch nicht identisch, ja manchmal sogar zwei grundverschiedene Dinge: „Erholung“ definiert der Duden als „wieder zu Kräften kommen“, „Regeneration“ dagegen als „Erneuerung, Neubelebung“. Ist das nicht fast dasselbe?

Nicht ganz. Wenn wir uns erholen, z.B. von einer Anstrengung oder einer Erkrankung, dann ist das meistens mit einem (längeren oder kürzeren) Innehalten, Ausruhen oder zumindest einer Reduzierung unserer Tätigkeit verbunden. In dieser Phase sammeln wir unsere Kräfte, bis wir uns wieder fit genug fühlen, d.h. die gewohnte oder gewünschte Tatkraft wieder zu spüren ist. Doch wodurch „sammeln wir unsere Kräfte“? Dazu kann Entspannung beitragen, guter Schlaf, äußere und innere Ruhe sowie leichte und angenehme Tätigkeit (Spazierengehen, Schwimmen). Etwas „relaxen“ und die Kraft ist wieder da. Doch genau das kann täuschen. Wenn wir uns nur kurz (zu kurz) erholen, gewinnen wir diese Kraft nicht „von außen“, durch Licht, Luft, Nahrung, angenehme geistige Aktivität u.a., sondern wir ziehen zumindest einen Teil davon „von innen“, aus unseren eigenen Kraftreserven, aus der in uns gespeicherten Lebensenergie. Vordergründig bemerken wir diesen Unterschied oft lange Zeit nicht, denn wenn unsere Kraft wiedergekehrt ist, fühlen wir uns fit und alles ist gut. Wir sind er-holt, haben uns „Kraft geholt“.

Kraftreserven sind ja gerade dazu da, daß sie uns bei Bedarf zur Verfügung stehen, so daß wir nach Anstrengungen (oder auch Erkrankungen) schneller wieder fit werden. Doch ist unsere Erholung über längere Zeit nicht ausreichend genug, d.h. gewinnen wir nicht genügend Kraft „von außen“ zurück, dann beginnen wir, schleichend unsere inneren Kraftreserven aufzuzehren. Und das in der Regel anfangs völlig unbemerkt. Erst nach einiger Zeit stellt man/frau fest, daß es z.B. im Urlaub immer länger braucht, bis das Gefühl „fit zu sein“ wiederkehrt. Waren es einst nur drei Tage, bis die Power wieder da war, so sind es irgendwann fünf, sieben, zehn und eines Tages stellt man/frau fest, daß zwei Wochen nicht mehr ausreichen, sich zu erholen. Was nämlich schon lange fehlt, ist tatsächliche Regeneration!

Regeneration, vom Duden schön definiert als „Erneuerung, Neubelebung“ (lateinisch „re“ = „zurück, wieder“, „generare“ = „bilden, erzeugen“), setzt nämlich erst bei einer längeren oder tiefgehenderen Erholung ein. „Erholung“ ist die Rückkehr in einen „aktionsfähigen Modus“, wir sind wieder fit, tatkräftig, können arbeiten oder anderen Tätigkeiten nachgehen und haben unser Leben (wieder) im Griff. „Regeneration“ dagegen ist der (erneute) Aufbau einer tragfähigen Basis, das Sammeln von Kraftreserven, das Beheben von Schäden und substanziellen Schwächen, die Wiederherstellung eines gesunden, dauerhaft lebensfähigen Zustandes. Das kostet zunächst, je nach Ausgangszustand, oft einiges an Kraft. Daher fühlen wir uns, wenn der Regenerationsprozeß einsetzt, anfangs oft alles andere als erholt. Wenn Sie einmal eine (tatsächlich wirksame) Kur gemacht haben, können Sie dies sicher bestätigen.

Erleben können wir diesen Umstand täglich beim Mittagsschläfchen. Während dem neudeutsch sogenannten „Power-Napping“ (wörtlich übersetzt „Kraftnickerchen“) schlafen wir nur 10 – 20 Minuten. In dieser Zeit erfolgt eine kurze Erholung, wir sammeln unsere Kräfte (vielleicht aus dem zuvor verspeisten Mittagessen, vielleicht aber auch aus unseren Kraftreserven) und sind daher anschließend wieder fit, konzentriert und leistungsfähig. Doch wehe, wenn wir zu lange schlafen. Schon bei einer halben bis Dreiviertel-Stunde kann es passieren, daß wir völlig zerschlagen aufwachen und von da an schlaftrunken durch den Tag taumeln. Komisch, warum macht uns ein Kurzschlaf erholter, als ein etwas längerer Schlaf?

Weil beim längeren Schlafen die Regeneration begonnen hat! Und die braucht zuerst einmal Kraft. Wenn er nicht länger herumkommandiert wird und im Schlaf zur Ruhe kommt, entspannt unser Körper im ersten Moment und sammelt dabei Kraft. Diese Phase dauert, wie gesagt, ca. 10 – 20 Minuten. Wird er dann nicht wieder geweckt (wodurch die angesammelte Kraft in die folgenden Aktivitäten fließt), dann setzt unser Körper diese Energie ein, um aufzuräumen. Es werden z.B. liegengebliebene Schlackenstoffe aus dem Gewebe entfernt, über Lymphe und Blut abtransportiert, in der Leber verarbeitet und dann über Nieren und Blase oder Galle und Darm ausgeschieden. Ebenso werden Schäden an Geweben, Gefäßen und Nerven repariert und auch das Immunsystem nutzt die Gelegenheit, störende Fremdlinge hinauszuwerfen bzw. zu eliminieren. Wenn diese Regenerations-Prozesse einsetzen, dann verbrauchen sie anfangs Energie. Und das spüren wir, wenn wir mittendrin aufwachen: Wir fühlen uns müde, matt, zerschlagen und „wie gerädert“…

Hat der Regenerationsprozeß jedoch genügend Zeit, fortzufahren und zum Abschluß zu kommen, dann ist der ganze Organismus erneuert und „gut gewartet“, alles läuft wieder „reibungsfreier“, verbraucht folglich weniger Energie und wir fühlen uns nicht nur leicht, sondern tief erholt, also wie das Wort „Re-generation“ besagt, „wieder hergestellt“ und „neu belebt“. Im Schlaf braucht ein solcher Regenerationszyklus zwei bis drei Stunden – das ist individuell verschieden, je nach Konstitution und Gesundheitszustand (mehr dazu und zur Berechnung dieser Zyklen finden Sie in der o.g. „Heilsteine Hausapotheke“ im Kapitel „Schlafstörungen“). Wachen wir mittendrin in einem solchen Zyklus auf, fühlen wir uns nicht erholt (eher ganz im Gegenteil), erwachen wir jedoch am Ende eines solchen Zyklus, sind wir frisch und munter. Auch das haben Sie sicher schon erlebt: Sie wachen gegen Morgen auf, fühlen sich wach und fit, schauen auf den Wecker, erkennen, daß Sie noch eine halbe Stunde oder Stunde weiterschlafen können und tun dies – und wenn der Wecker dann zuschlägt, ist alles zu spät…

Wie läßt sich der Zusammenhang zwischen Erholung und Regeneration nun verständlich darstellen? „Erholung“ ist eine kurzfristige Wiederbelebung unserer Kräfte. Ihr Ziel ist, (möglichst) rasch wieder handlungs- und leistungsfähig zu werden, tun zu können, was nötig ist und das Leben im Griff zu haben. Dazu wird auf alle zur Verfügung stehenden Ressourcen zurückgegriffen, auf Licht, Luft und Nahrung ebenso wie auf gespeicherte Reserven. „Regeneration“ dagegen ist ein „Wartungs- und Erneuerungsprozeß“, der Verschleiß und Schäden behebt, alle Systeme wieder in einen guten Zustand versetzt, dadurch unnötige „Reibung“ und Energieverlust dauerhaft beseitigt, so daß wir insgesamt effizienter, vitaler, kräftiger und gesünder werden. „Erholung“ ist daher vergleichbar mit dem Auftanken unseres Autos (ist der Tank gefüllt, können wir wieder Gas geben), „Regeneration“ ist dagegen die regelmäßige Wartung, die das Gefährt dauerhaft am Laufen hält.

In unserem Organismus ist der Zusammenhang zwischen Erholung und Regeneration jedoch enger geknüpft, als im obigen Vergleich mit dem Auto (solche Beispiele hinken immer): Wenn wir uns immer nur kurzfristig erholen, ziehen wir dabei Kraft aus unseren Reserven, d.h. wir beeinträchtigen auf Dauer die Regeneration. Diese wiederum kostet während ihrer Durchführung ebenfalls Kraft, was an fehlender Erholung spürbar ist. Gewöhnen wir uns an oberflächliche Erholung und sorgen wir nicht regelmäßig für gründliche Regeneration, dann setzen wir einen Teufelskreis in Gang: Beim Erholen rauben wir Regenerationskraft und der Versuch, zu regenerieren, reduziert umgekehrt wieder den Erholungswert. Dann wird z.B. fatalerweise unser Schlaf schlechter und noch weniger erholsam und regenerierend. Es beginnt ein Tauziehen zweier Systeme um unsere Kraftreserven, welche nach und nach aufgezehrt werden. Genau das, so sagen altbewährte medizinische Systeme wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder der Ayurveda (wörtlich: „Die Kunst des langen Lebens“), ist der Grund für Verschleiß, Alterung und frühzeitigen Tod. Durchbrechen können wir diesen Teufelskreis, indem wir Raum für gründliche Regeneration schaffen: Längerer Urlaub, gezielte Kuren, Regenerationsmaßnahmen im Alltag, gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung, Meditation, Yoga, Qi Gong u.ä., sowie insbesondere guten Schlaf! Zu letzterem besagt eine Faustformel, daß drei der o.g. Regenerationszyklen notwendig sind, um die Hinterlassenschaften des Vortages in Ordnung zu bringen (dann sind wir gut „erholt“). Wenn wir darüber hinaus einen vierten oder fünften Zyklus schlafen, dann geht die Regeneration noch tiefer und „Altlasten“ werden aufgearbeitet. Dann setzt der „Verjüngungsschlaf“ ein und wir regenerieren gründlich. Wir können uns also „gesundschlafen“ – und genau das tun wir z.B. nach Erkrankungen (daher die oft folgende Phase von Müdigkeit und Erschöpfung) und ebenso im Urlaub, wenn wir uns die Zeit dafür gönnen.

Zeit also, Erholung und Regeneration ganz oben auf alle „To-do-Listen“ zu setzen! Gut erholt zu sein und regelmäßig gründlich zu regenerieren – das sollte ein höherer Wert in unserer Gesellschaft werden, als immer hart zu arbeiten und viel zu leisten. Das wäre die Rückkehr von Lebensqualität und Lebensfreude und die Chance auf ein langes Leben mit Gesundheit und klarem Geist. Ist das nicht genau das, was wir uns alle wünschen?

Wenn wir Erholung und Regeneration wieder den Raum geben (s.o.), der dafür notwendig ist, dann können uns Heilsteine darin unterstützen, daß die Erholungs- und Regenerationsprozesse schneller, tiefgreifender und nachhaltiger verlaufen. Heilsteine ersetzen folglich keine der anderen Erholungs- und Regenerationsmaßnahmen! Davon auszugehen, wäre Selbstbetrug und würde die o.g. Teufelskreise erst recht in Gang setzen (ich spreche aus Erfahrung!). Doch wenn Erholung und Regeneration gepflegt wird, ist die Verwendung von Heilsteinen eine schöne flankierende und unterstützende Maßnahme!

Bitte beachten Sie daher auch bei Beschreibungen in meinen Büchern, daß die Wortwahl „Erholung“ oder „Regeneration“ stets bewußt im obigen Sinne gewählt ist: „Erholungssteine“ helfen Ihnen, (verhältnismäßig) schnell wieder zu Kräften zu kommen. „Regenerationssteine“ sorgen dagegen für eine grundlegende Erneuerung und einen langsameren, aber dauerhafteren Aufbau unserer Kräfte. Zum Jahresbeginn (Newsletter Nr. 54, Januar 2012) habe ich ja bereits vier „Regenerationssteine“ vorgestellt: Epidot, Piemontit, Thulit und Zoisit. Zu diesen läßt sich noch einiges ergänzen. Wobei ich jedoch zugeben muß, daß die folgende Auflistung a) keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und b) die Übergänge manchmal fließend sind:

ERHOLUNGSSTEINE
Amphibolit, Aventurinquarz rot, Bronzit, Calcit rot, Chiastolith, Eudialyt, Feueropal, Granat rot, Hämatit, Jaspis rot, Karneol, Lapislazuli, Marmor, Rhodochrosit, Rubin, Sonnenstein, Staurolith-Granatschiefer, Sugilith, Tigereisen, Turmalin rot u.a.

REGENERATIONSSTEINE
Aventurinquarz grün, Chrysokoll, Eklogit, Epidot, Granat grün, Jaspis grün, Nephrit, Ozeanchalcedon, Piemontit, Rhodonit, Rubin-Disthen-Fuchsit, Sardonyx, Smaragd, Thulit, Turmalin grün, Vesuvian, Zoisit (mit Rubin) u.a.

Und warum erzähle ich Ihnen das nun erst NACH dem Urlaub? Weil es gerade im Alltag und bei der Arbeit besonders wichtig ist, auf Erholung und Regeneration zu achten. „Ja, ja, das sagt der Richtige!“ werden Sie jetzt wahrscheinlich denken und auf die Uhrzeit dieser eMail schauen. Stimmt. Auch ich übe noch…

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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