Verdrehte Realität – Beitrag des Bayrischen Rundfunks zur Steinheilkunde

Am 7. November 2012 strahlte der Bayerische Rundfunk im katholischen Magazin „stationen“ einen Beitrag aus, der die Steinheilkunde als „quasireligiöse Einstellung“ und „finsteren Hexenglauben“ (zwei Zitate) darstellt und als unseriöse Geschäftemacherei verunglimpft. Dabei wurde ein extrem zusammengeschnittenes Interview mit mir so platziert, daß es den Eindruck erweckt, ich würde jene Kollegen kritisieren, mit denen ich in Wirklichkeit eng zusammenarbeite. Den Beitrag finden Sie im Internet unter diesem Link:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/stationen/stationen-magazin-steine-des-glaubens-100.html

 

In der Sendung wird geschickt manipuliert, und da für diese Manipulationen auch das Interview mit mir herhalten mußte, kann die Sendung nicht unwidersprochen bleiben. Im Folgenden daher nun ein offener Brief an den Bayerischen Rundfunk:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 7. November 2012 veröffentlichten Sie im Rahmen des Magazins „stationen“ einen Beitrag von Dr. Bernhard Graf mit dem Titel „Steine des Glaubens“. Schon dieser Titel ist irreführend, er weckt die Erwartung einer Dokumentation über Steine im religiösen Gebrauch. Stattdessen dreht sich der Beitrag um die Steinheilkunde, ein Naturheilverfahren, das mit Weltanschauung und Glaube nichts zu tun hat. Der Beitrag berichtet über Aussteller auf den Mineralientagen München 2012, die im Rahmen der dortigen „Wellness-Insel“ Produkte vorstellen, die u.a. auch zu Heilzwecken verwendet werden können.

Weder der Verkauf, noch der Gebrauch dieser Produkte setzt eine bestimmte weltanschauliche Gesinnung voraus. Sie müssen hierfür genausowenig einem bestimmten „Glauben“ anhängen, wie beim Gebrauch eines Kühlschranks, eines Schraubenschlüssels oder eines Fernsehgerätes. Edelsteine und Produkte aus Edelsteinen sind ebenso wertneutral und dienen auch in der Heilkunde denselben Zwecken wie andere naturheilkundliche Arzneimittel. Wenn Sie zu einem Arzt oder Heilpraktiker gehen, der mit Heilsteinen arbeitet, werden Sie am Empfang nicht nach Ihrer religiösen Überzeugung gefragt und Sie müssen auch nicht Ihre Seele verkaufen.

Genau diesen Eindruck versuchen Sie jedoch mit dem Beitrag „Steine des Glaubens“ im Magazin „stationen“ zu erwecken. So platzieren Sie nach den beiden Aussagen des Sprechers „Was wird dem steinbegeisterten Käufer nicht alles aufgetischt“ und „Naturwissenschaftler distanzieren sich vom Glauben an die Kraft der Steine“ sehr geschickt die wie Antworten klingenden Statements von Messebesuchern: „finsterer Hexenglaube“, „quasireligiöse Einstellung“ und als Höhepunkt „dann kann man sich einen toten Mistkäfer auch auf den Bauch legen – wenn man dran glaubt, hilft’s!“

Aha, in den Augen des katholischen Magazins „stationen“, das nach dem Katholischen Frauenbund „sich mit Fragen des Glaubens und Lebens beschäftigt und Antworten und Orientierung zu geben versucht“ (http://www.frauenbund-bayern.de/aktuelles/aktuelles-single-ansicht/ar ticle/stationen-magazin-berichtet-ueber-landesverband.html), ist die Steinheilkunde finsteres Mittelalter. Sehr sonderbar allerdings gerade angesichts der Tatsache, daß die berühmteste Steinheilkundlerin des Mittelalters Hildegard von Bingen auf den Tag genau einen Monat zuvor zur Kirchenlehrerin erhoben wurde (http://www.tagesschau.de/ausland/hildegardvonbingen100.html).

Geht es also wieder einmal um die „Hexenjagd“? Oder milder ausgedrückt, um die Verunglimpfung Andersdenkender? Nun, dies hat beste kirchliche Tradition. Doch warum mißbrauchen Sie die Wissenschaft für diese Zwecke? Diese wurde doch vor wenigen Jahrhunderten noch ebenso verfolgt und verunglimpft, wie die Steinheilkunde heute. Obwohl weder die Wissenschaft, noch die Steinheilkunde etwas mit Glaube und Religion zu tun haben.

In Ihrer Sendung setzen Sie jedoch Zweifel von Wissenschaftlern an der Wirksamkeit der Steinheilkunde dazu ein, die Steinheilkunde als „Esoterik“ zu diffamieren. Dabei sind im Gegensatz zu den o.g. unqualifizierten Aussagen von Messebesuchern die Aussagen eines Mediziners in ihrer Sendung gar nicht so abwertend (Zitat): „Ich kann es nicht sagen, ich bin hin und her gerissen, denn die Akupunktur ist bei uns in der Ausbildung vor 20 Jahren auch belächelt worden.“ Und heute wird die Akupunktur in der Zahnmedizin sogar zur Narkose verwendet.

Sie verwenden das wissenschaftliche Weltbild in Ihrer Sendung als Maßstab zur Beurteilung, was „esoterisch“ ist und was nicht. Für ein katholisches Magazin ist das sehr gewagt. Denn wie müßten Sie katholische Glaubensinhalte bewerten, wenn die Wissenschaft der Maßstab aller Dinge ist? Was ist dann z.B. bei der Eucharistie (dem Abendmahl) mit der geheimnisvollen Wandlung (Transsubstantiation) von Brot und Wein in den wahren Leib und das wahre Blut Christi? Immerhin ein zentrales Dogma des katholischen Glaubens, das bis heute die großen Kirchen entzweit. Kritische Wissenschaftler würden das Unfug nennen. In ihren Augen bleibt die Hostie Hostie und der Wein Wein.

Das Kuriose an ihrer Sendung ist, daß Sie in einer Sendung über Glauben und Weltanschauung (dem Magazin „stationen“) und unter dem Titel „Steine des Glaubens“ gerade die Wissenschaft als Maßstab dafür verwenden, was geglaubt werden darf und (das setzen Sie gleich) was seriös ist. Sie ziehen damit eine Grenze – und ordnen in der Folge alles falsch zu. Denn die Steinheilkunde befindet sich als wertneutrales Naturheilverfahren weit mehr auf wissenschaftlichem Boden, als der katholische Glaube. Nehmen wir z.B. gerade das Werk der jüngst zur Kirchenlehrerin ernannten Hildegard von Bingen: Eine Kosmologie, die sich z.T. weit von der biblischen Basis entfernt (und daher lange Zeit unter „Esoterikverdacht“ stand), und ein naturkundliches Werk, in dem sich u.a. die folgende Aussage findet: „Denn wenn in Brot oder Fleisch oder Fisch oder in irgendeiner Speise oder in Wasser oder Wein oder in irgendeinem Getränk Gift enthalten ist und wenn ein Topas in der Nähe vorhanden ist, dann schwitzt dieser sofort, wie das Meer schäumt, wenn Unrat in ihm ist.“ Oder: „Wenn jemand durch Blendwerk oder magische Worte bezaubert ist, so daß er wahnsinnig wird, so nehme man ein warmes Brot und schneide es an der oberen Kruste in Kreuzesform ein, ohne es jedoch zu brechen. Dann zieht man den Stein durch jenen Schnitt von oben nach unten und spricht: ‚Gott, der dem Teufel alle Kostbarkeit der Steine entriß, nachdem er sein Gebot übertreten hatte, möge von dir, (Name), alle schädlichen Geister und jeglichen Zauberbann vertreiben und dich von dem Schmerz dieses Wahnsinns befreien.‘ Anschließend zieht man denselben Stein ein zweites Mal durch den quer verlaufenden Schnitt des warmen Brots und spricht: ‚Wie die Pracht, die der Teufel an sich hatte, ihm genommen wurde zur Strafe für sein Vergehen, so soll auch dieser Wahnsinn, der dich, (Name), aufgrund verschiedener Blendwerke und Zauberworte quält, von dir genommen werden und von dir ablassen.‘ Dann nimmt man von dem Brot beiderseits des Schnitts, durch den der Hyazinth gezogen wurde, und gibt es dem Kranken zu essen.“ – Ist das im Lichte Ihrer Sendung nicht hochgradige „Esoterik“? Zumindest die Wissenschaft kann im Grunde gar nicht anders, als dies so zu betrachten.

Im Gegensatz dazu mehren sich die wissenschaftlichen Belege für die Heilwirkungen von Steinen. Der Klangtherapeut Friedrich Pelz konnte schon Ende der 1990er Jahre einen Zusammenhang zwischen den physikalischen Frequenzen der Steine (die übrigens auch eine Quarzuhr im richtigen Takt ticken lassen oder im Beispiel des Turmalins als Meßinstrument in der Luftfahrt dienen) und ihrer Heilwirkung belegen. Zur selben Zeit erkannte Prof. Klaus Feßmann vom Mozarteum Salzburg, daß die Klangschwingungen von Steinen heilsam sind – was heute an der Aerpah Klinik in Esslingen therapeutisch eingesetzt wird. Eine Studie am Kreiskrankenhaus Schwetzingen in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg bescheinigte der Aurum Manus Massage (bei der mit Edelsteinkugeln massiert wird) eine bessere Wirksamkeit (!) als es schulmedizinische Anwendungen vermögen.

Wahrscheinlich haben Sie das nicht recherchiert (schlechter Journalismus!), sonst hätten Sie die Joya Massage in ihrem Beitrag nicht in einem Atemzug mit dem „GLAUBEN an die Wirkungskraft der Mineralien“ genannt. Hier geht es nicht um „Glauben“. Daß es beruhigende und belebende Steine gibt, wie im Beitrag erwähnt, ist ein Erfahrungswert, den jeder Masseur bestätigen kann, der Edelsteine einsetzt. Jede einzelne Massage ist hier gewissermaßen ein Blindtest, in dem die Reaktion der Klienten die Wirkung wieder und wieder bestätigt. Geradezu lächerlich ist es an dieser Stelle auch, wenn Sie die Firma VitaJuwel als „Esoterik-Unternehmen“ verunglimpfen, deren Produkte rein gar nichts mit Weltanschauung zu tun haben. Ganz im Gegenteil, daß Wasser durch Substanzen, Schwingungen und sogar menschliche Gedanken und Stimmungen informiert werden kann und dadurch reproduzierbare Veränderungen seiner Eigenschaften zeigt, wurde in wissenschaftlichen (!) Untersuchungen von Prof. Bernd Kröplin vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart nachgewiesen. Und da handelt es sich weder um eine Person, noch um eine Institution, die man als „esoterisch“ verunglimpfen könnte. Das war Ihnen wahrscheinlich auch nicht bekannt. Nun ja, ganz schlechter Journalismus!

Ich denke, meine Ausführungen machen deutlich, daß sich die Steinheilkunde inzwischen auf festem wissenschaftlichem Boden befindet, was bei etlichen katholischen Glaubenslehren nicht der Fall ist. Die Wissenschaft als „Schwert der Unterscheidung“ zwischen „glaubhaft“ und „unglaubhaft“, zwischen „seriös“ und „unseriös“ einzusetzen, wird für die Weltanschauung Ihrer Sendung zum Boomerang. Denn wenn Sie einen Maßstab an andere anlegen, müssen Sie diesen auch für Ihre eigenen Überzeugungen gelten lassen. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, sagt der Volksmund. Und Jesus Christus sagt selbst im Matthäus-Evangelium: „Was siehst du den Splitter im Auge deines Nächsten, aber den Balken in deinem Auge siehst Du nicht?“ (Matthäus 7,3)

Dinge, die (noch) nicht erklärbar sind, sind nicht automatisch „unwissenschaftlich“. Blitze waren auch schon tödlich, ehe man die Natur der Elektrizität wissenschaftlich beschreiben konnte. Und wie wollen Sie die Aussage „Ich liebe Dich!“ wissenschaftlich beweisen? Da die Gesundheit eines Menschen von geistigen, seelischen, mentalen und körperlichen Faktoren gleichermaßen beeinflußt wird, sind die Zusammenhänge, die zu einer Erkrankung oder umgekehrt wieder zur Heilung führen, viel zu komplex, als daß sie allein aus wissenschaftlicher Sicht erfaßt werden könnten. Das wird auch jeder Schulmediziner bestätigen müssen. Daher zählt letztendlich nur, was heilsam ist, egal ob dies wissenschaftlich begründbar ist oder nicht, egal, ob dies einer bestimmten Weltanschauung widerspricht oder nicht. „Wer heilt, hat recht!“ Und daß Steine Heilwirkungen besitzen, wird seit 1988 in empirischen Reihen-Studien belegt. Inzwischen sogar im Blindtest.

Sie bieten daher Ihren Zuschauern eine schlechte Orientierung, wenn Sie ein wertneutrales Naturheilverfahren als „Esoterik“, „finsteren Hexenglauben“ und „quasireligiöse Einstellung“ diffamieren. Ja, sie diffamieren damit sogar gläubige Katholiken als „Esoteriker“ und treiben damit einen Keil in die eigenen Reihen. Denn ich kenne viele Menschen, die fest in ihrem katholischen Glauben verwurzelt sind, aber die Heilwirkungen von Steinen am eigenen Leib erfahren haben und diese daher für ihre Gesundheit einsetzen. Diese Menschen schieben Sie mit Ihrer Sendung in eine „esoterische Ecke“. Nun, wie gesagt, das hat lange kirchliche Tradition, aber wär’s nicht Zeit, mit dieser Tradition des Ausgrenzens vermeintlich (!) Andersdenkender endlich aufzuhören?

Persönlich verwahre ich mich gegen die Art und Weise, wie Sie das Interview mit mir in entstellender Weise zusammengekürzt und so platziert haben, daß es den Anschein erweckt, ich würde Ihren Standpunkt teilen und die anderen in dem Filmbeitrag gezeigten Firmen kritisieren. DEM IST NICHT SO! Was sie geschickt weggelassen haben, ist meine genaue Definition dessen, was ich kritisiere. Ich habe in dem Interview gesagt, daß ich „darüber unglücklich bin, wenn Einzelerfahrungen [bzgl. der Wirkungen von Steinen] verallgemeinert werden, wenn offensichtliche Lügen in die Welt gesetzt werden, und wenn Falschaussagen über die Wirkung von Steinen gezielt dazu verwendet werden, diese mit überhöhten Preisen zu verkaufen.“ Diese Aussage zielte auf Firmen wie Methusalem in Neu-Ulm, deren frei erfundene Lügen juristisch nachgewiesen werden konnten, oder auf die Firma Heaven & Earth in den USA, die gewöhnliche Steine mit eingetragenen Handelsnamen belegt, dann mit metaphysischen Aussagen aufwertet, und diese schließlich bis zum Hundertfachen ihres Werts verkauft. Sie haben das weggeschnitten (Dr. Bernhard Graf hat sich im Begleitschreiben der mir übersandten Sendung sogar dafür entschuldigt) und die verkürzte und verfälschte Aussage so platziert, daß sie als Kritik an meinen Kollegen verstanden werden kann – deren Arbeit und Produkte ich jedoch sehr schätze! Ob die Massageroller der Firma Joya, die Edelsteinphiolen der Firma VitaJuwel oder die Essenzen der Engelalm, all diese Produkte haben eine nachvollziehbare Wirksamkeit und sind sehr zu empfehlen!

Ich fordere Sie daher zu einer Richtigstellung meiner verfälschten Aussage in Ihrem Magazin „stationen“ auf sowie zu einer Entschuldigung bei den von Ihnen diffamierten Firmen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Gienger

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Dieser offene Brief wurde dem Bayerischen Rundfunk am 8. Dezember 2012 zugestellt.

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Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

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