Musik und Mantren

Ein großes Heilungspotential liegt in der Musik. Dies liegt zum einen in der aktiven Form des Musizierens – dies vor allem in der Improvisation, die sich auch für den musikalischen Laien hervorragend eignet (vgl. DOERR) – als auch in der Tätigkeit des Musikhörens bzw. Horchens. Hier kann Musik für sich alleine stehen, Heilungsbehandlungen wie z.B. Reiki positiv unterstützen oder in den Trancetanz führen. Dies geht über die ergo- und topotrophen Wirkungen hinaus, die Musik haben kann (vgl. DECKER-VOIGT).

Klang und Heilung

Nach HEGI läßt sich Musik als Ganzes in die Teilbereiche Rhythmus, Klang, Melodie, Dynamik und Form untergliedern. Vor allem der Klang beinhaltet große Heilungsfähigkeit, er ist hörbare Energie. Dies kommt in der Wirkung von obertonreichen Instrumenten wie Gongs, Klangschalen, Monochord oder der Shakuhatchi-Flöte zum Ausdruck (vgl. PETZOLD). Nicht umsonst existiert der Ausdruck „Nada Brahma“ – „die Welt ist Klang“. In der Arbeit mit dem heutzutage extrem vernachlässigten Sinnesorgan Ohr liegt eine große Chance zur Weiterentwicklung des Menschen. Zudem bildet das Ohr einen Regelkreis mit der Stimme, der Ausdrucksmöglichkeit der Person (vgl. etymologisch per-sona, übersetzt: durch den Klang).

Schon vor langer Zeit haben Menschen die Wirkung von Mantren, von in Worten gegossenem Klang erkannt. „Das größte aller Mantras ist OM“ (BEHRENDT, 37). Sein Äquivalent im Christentum ist das Amen, bei den Moslems Amin. „Ein häufig benutztes Mantra der Zen-Meditation ist das japanische Wort MU“ (BEHRENDT, 42), das bekannteste Mantra der Hindus das Hare Krishna (vgl. HAMEL, 128).

Vokale als Klangträger

Zentraler Bestandteil von Mantren sind – neben den Vibrationen von Konsonanten wie m – die Vokale als Klangträger. Die wirksamsten sind A, O, U und I. „Durch ihre verschiedenen Resonanzcharaktere bringen sie die entsprechenden Körperteile zum Schwingen und ergänzen sich so, daß die fünf Vokale zusammen mit dem Atem den ganzen menschlichen Körper mit Klang, also mit dem Atem der Gefühle, versorgen können (…). Darin liegt die Heilwirkung der Vokale.“ (HEGI, 84)

Quellen und Verweise

BEHRENDT, Joachim-Ernst: Nada Brahma – die Welt ist Klang, Hamburg 1985
DECKER-VOIGT, Hans-Helmut: Aus der Seele gespielt, München 1991
DOERR, Frank: Musikalische Gruppenimprovisation in der Sozialpädagogik – Wesen, Wirkung und Möglichkeiten, Frankfurt 1994
HEGI, Fritz: Improvisation und Musiktherapie, Paderborn 1986
BEHRENDT, Joachim Ernst: Die Welt ist Klang – Nada Brahma, Zweitausendeins
BEHRENDT, J.E.: Vom Hören der Welt – Das Ohr ist der Weg, Zweitausendeins
BEHRENDT, J.E.: Muscheln in meinem Ohr – Variationen über das Hören, Zweitausendeins
Die Hörwerke von J.E. Behrendt empfehle ich uneingeschränkt. Die äußerst angenehm und interessant gestaltete Informationsaufnahme über das Ohr vermag tiefer zu gelangen als das Lesen von Dutzenden von Büchern

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Doerr Frank

Veröffentlicht von

Jahrgang 1963, Dipl.-Sozialpädagoge, ehemaliger Dozent an der FH Frankfurt, Journalist (bdfj), Autor. Veröffentlichungen von Fachbüchern und CDs in Deutschland, Tschechien und USA. Geschäftsführer einer Online-Marketing Agentur, Veranstalter der Reiki Convention und Chefredakteur von Reiki-land.de.

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