Blutige Handys

Was haben Handys, Mineralien und Krieg miteinander zu tun? Leider eine ganze Menge. Für die Elektronik der Handys (und anderer moderner  Geräte) werden seltene Metalle wie z.B. Tantal, ein Bestandteil des  Minerals „Tantalit“ und des Erzes „Coltan“ (Columbit-Tantalit),  benötigt. Obwohl Coltan z.B. in Australien problemlos zu beschaffen  wäre, bevorzugen die großen Mobilfunkkonzerne das billigere, aus dem  Krisen- und Bürgerkriegsgebiet des Kongo stammende Erz. Kein Wunder,  der ständige Preiskampf und die gleichzeitige Gewinnmaximierung in  der Branche zwingen dazu, möglichst billig einzukaufen. Auch wenn  dann „Blut“ an den geförderten Erzen klebt. Denn im Kongo schuften  10jährige Kinder z.T. bis zu drei Tage nonstop unter Tage, um das  billige Erz zu fördern. Kontrolliert wird das Minengebiet abwechselnd  von der Armee oder aufständischen Rebellen (je nach dem aktuellen Frontverlauf), beide Seiten finanzieren damit ihre Waffen…

Der hervorragende Dokumentarfilm „Blood in the Mobile“ berichtet über  die brutale Mineralien- und Erzgewinnung im Kongo und konfrontiert  die Mobilfunkkonzerne mit den (bei ihnen wohlbekannten) Zuständen  ihrer Lieferanten. Dieser Film sollte unbedingt verbreitet und der  Druck auf die Mobilfunkkonzerne erhöht werden, um die Ausbeutung der  Menschen im Kongo zu beenden. Die Verantwortlichen des Filmprojekts  lassen es daher auch nicht mit der Dokumentation bewenden, sondern  haben eine entsprechende Kampagne ins Leben gerufen. Es gibt viele  Möglichkeiten, sich daran zu beteiligen (Filmaufführungen  organisieren, diese Information weitergeben, Unterschriften sammeln, Briefe an Mobilfunkfirmen schreiben etc.).

Mehr zum Film und der Kampagne „Blood in the Mobile“ finden Sie hier: http://bloodinthemobile.org/de/

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...
  • Veröffentlicht in: Medien am 5. Januar 2011
Gienger Michael

Veröffentlicht von

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

Schreibe einen Kommentar