Geheimgesellschaften

Wie der Name „Geheimgesellschaft“ schon besagt wirken solche Geheimlogen oder sogenannte hermetische Orden im Verborgenen. Dies hat verschiedene Gründe. Manche – wie die Tempelritter oder Freimaurer – wurden zu ihren Hochzeiten von der Inquisition der römisch-katholischen Kirche oder weltlichen Fürsten verfolgt; in der Regel aus Gründen der Macht oder des Geldes.

Hinter anderen – wie einigen Orden der Illuminaten – können sich machtbesessene Spieler oder satanistisch orientierte Gruppierungen verbergen, die aus der Sicherheit der anonymen Dominanz heraus arglose Sucher zu manipulieren versuchen.

Im Westen sind in spiritueller Hinsicht zur Zeit die Rosenkreuzer zu nennen, welche – als Pendant zu den Sufi-Meistern des Islam – die Mystiker des Christentums darstellen. Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Orden, die von offenen Geistesschulen gnostischer bzw. urchristlicher Orientierung hin zu verborgenen, außersinnliche Wahrnehmung fördernden Briefkontakten reichen.

Dazu kommen unzählige Vereinigungen wie der Ordo Templi Orientes (O.T.O.), der Golden Dawn, Silver Star und andere. Da oft Etikettenschwindel betrieben wird, vieles ineinander verwoben ist und im Verborgenen und Geheimen abläuft (ohne Stiftung Warentest), ist die ganze Chose recht verworren und kann der geistigen Gesundheit des Adepten nicht unbedingt zuträglich sein.

Die Problematik ist also deutlich: Vielfach verfügen solche Schulen – gerade bei langer Tradition – über esoterisches Wissen, das durchaus einen tieferen Einblick in unsere Existenz gewähren kann. Andererseits kann sich der Interessierte nie sicher sein, an wen er gerät. Möchte ihn jemand auf einem Weg der positiven Entwicklung weiterbringen oder ihn nur ausnutzen?

Zudem werden solche „Geheimgesellschaften“ gern als Projektionsfläche menschlicher Ängste benutzt und als geheime Drahtzieher unangenehmer Entwicklungen beschuldigt. Ob es sich bei diesen Verschwörungstheoretikern nur um Wirrköpfe handelt oder zumindest ein wahrer Kern besteht, ist von außen kaum feststellbar.

Wer sich also auf einen solchen Weg begeben möchte, muss sich bemühen, stets einen klaren Kopf zu bewahren. Sollten die eigenen Probleme noch nicht in ausreichendem Maße geklärt sein, ist von jeder Beschäftigung mit diesem Thema dringend abzuraten!

Da das wirklich interessante innere Wissen von spirituell orientierten Geheimgesellschaften oftmals auf einer östlichen Basis beruht, wäre beispielsweise die Beschäftigung mit buddhistischen Lehren ebenso lohnend, aber gleichzeitig sicherer. Für mehr christliche orientierte Sucher kann eine Beschäftigung mit den Wurzeln der – heute leider etwas „versteinerten“ – Antroposophie interessant sein.

Letztendlich ist all das, was Geheimgesellschaften an fundiertem innerem Wissen und Wachstum anzubieten haben könnten, in der Regel öffentlich verfügbar, so dass man einen Bogen um diese spezielle Form von Gemeinschaft machen kann. Es bleiben auch so noch genug Wege – sollte man dabei allerdings auf Lehrer stoßen, deren Umgang mit ihren Schülern sektenähnliche Strukturen aufweist, kann auch hier die eigene Person Schaden nehmen.

Quellen und Verweise

WILSON, Robert Anton: Masken der Illuminaten, Hamburg 1986
Ein spannender Roman zur Vertiefung – neben vielen anderen empfehlenswerten dieses Autors.

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Doerr Frank

Veröffentlicht von

Jahrgang 1963, Dipl.-Sozialpädagoge, ehemaliger Dozent an der FH Frankfurt, Journalist (bdfj), Autor. Veröffentlichungen von Fachbüchern und CDs in Deutschland, Tschechien und USA. Geschäftsführer einer Online-Marketing Agentur, Veranstalter der Reiki Convention und Chefredakteur von Reiki-land.de.

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