Das Streben nach Sicherheit

Der Wandel gehört zum Leben und ist ein wesentlicher Teil der Natur. Ohne den Wandel der Evolution würden heute noch schleimfüßige Amöben die Erde bevölkern und die Krone der Schöpfung, die sich mit Fragen wie etwa dem Versicherungswesen beschäftigt, hätte das Licht der Sonne niemals gesehen.

Wandel und Stillstand

Der moderne Mensch, multitaskingfähig und dynamisch, ist davon überzeugt, dass auch er wandlungsfähig und flexibel ist. In der Regel unterliegt er hierbei aber einer gravierende Selbsttäuschung, denn nichts bereitet dem Menschen mehr Unbehagen als der Wandel in dessen eigenem Umfeld. Wandel und Veränderung bedeuten immer Unsicherheit und Gefahr, Stillstand dagegen heißt, sich sicher in einem gewohnten Umfeld zu bewegen und seine Handlungsweisen an bewährten und bekannten Verhaltensstrategien ausrichten zu können. Der Mensch, für wie modern er sich auch halten mag, bevorzugt daher immer den Stillstand und beugt sich der Veränderung nur dann, wenn äußere Kräfte ihn dazu zwingen.

Wunsch und Wirklichkeit

Das Leben ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert, und so tritt Wandel im Leben des Menschen oftmals unverhofft, unbeabsichtigt und von einer Sekunde zur nächsten ein. Bei einem solchen plötzlichen Wandel handelt es sich meist um einen Unfall. Natürlich hat der Mensch gelernt, dass er gegen Unfälle trotz aller Vorsicht und dem Bestreben nach Stillstand und Sicherheit nicht in Gänze gefeit ist. Unachtsamkeit, ein unüberlegtes Handeln am falschen Ort zur falschen Zeit oder die Reaktion auf äußere Umstände bringen den Menschen immer wieder in Situationen, die zu Unfällen führen und ihn oder Andere schädigen. Dass dies zum Leben gehört hat der Mensch gelernt, aber um dennoch zumindest materiell gegen die Folgen solcher unerwarteten Ereignisse gewappnet zu sein, hat der Mensch die Versicherungen erfunden.

Gefühlter Stillstand durch Versicherungen

Insbesondere die Haftpflichtversicherung und die Hausratversicherung dienen dazu, meist unabwendbare Widrigkeiten, die sich infolge eines verschuldeten oder versehentlichen Unfalls ergeben, nach Möglichkeit schadlos zu überstehen. Die Haftpflichtversicherung entlässt den Menschen aus einer eigentlich selbstverständlichen Verpflichtung, nämlich der Pflicht zu Haften. Die Haftpflichtversicherung springt dem Menschen bei, wenn er selbst verschuldet einen Schaden verursacht. Die Folgen des eigenen Handelns, die letztlich eine vermögenswirksame Schädigung bedingt haben, werden dem Menschen abgenommen. Wenn der Schaden des Handelns auf Sach- und Vermögensschäden begrenzt bleibt, kann der Versicherte die Regulierung seinem Versicherungsunternehmen überlassen und sich wieder seinem gewohnten Leben zuwenden, als hätte es die kurze Zeit der Veränderung nicht gegeben.

Gesellschaftliche Notwendigkeit

Die Übergabe der Eigenverantwortung an eine anonyme und entpersonalisierte Versicherungsgesellschaft mag auf den ersten Blick feige erscheinen. Allerdings wird dabei vergessen, dass die Folgen des Handels oftmals gravierend sind und dadurch die Möglichkeiten des Einzelnen zu ihrer Regulierung bei Weitem überschritten werden. Die technischen Einrichtungen, mit denen der Mensch heute umgeben ist, können dazu führen, dass ein kleiner Lapsus zu Schäden im Millionenbereich führt. Insofern ist die Absicherung von Schadensfolgen gesellschaftlich sinnvoll. Der Abschluss einer Haftpflicht- oder Hausratversicherung ist heute kein Zeichen von Feigheit, Mangel an Risikobereitschaft oder dem fehlenden Willen zur Übernahme von Verantwortung, sondern vielmehr eine kluge Absicherung, die mit Weitsicht den Erfordernissen des heutigen Umfeldes gerecht wird.

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