Geschichte
Don Juan war ein Indianer, geboren in Yuma, Arizona. Mit zehn Jahren
kam er nach Sonora in Mexiko, wo er die Kriege der Yaqui Indianer gegen
die lokale Regierung miterlebte. Als sein Vater starb, wuchs er im
Süden Mexikos bei Verwandten auf und traf später in seinem zwanzigsten
Lebensjahr auf den Meister Julion Osorio, der ihn in eine
fünfundzwanzig Generationen umfassende Linie von Meisterschamanen,
genannt Nagual, aufnahm.
Auch Don Juan unterlag später der Pflicht, Schüler zu unterrichten und
zu führen, bis zu jenem Punkt, an dem sie der Nachfolge der bestehenden
Linie würdig waren und ihrem Meister damit den Weg ins Unendliche
ermöglichten. Der Schüler Don Juan's, welcher einmal seinen Platz
einnehmen sollte, war Carlos Castaneda.
Carlos Castaneda kam 1960 als Anthropologe nach Mexiko. Er traf auf Don
Juan, den er um Informationen über den traditionellen Gebrauch von
Heilpflanzen bat. Die Verbindung, welche sich zwischen ihnen aufbaute,
sollte jedoch nicht lange nur das Gebiet der Heilpflanzenkunde
umfassen. Don Juan erkannte bald schon seinen Nachfolger in den Augen
Castanedas.
"Juan: Weisst du etwas von der Welt, die dich umgibt?
Castaneda: Ich weiss alles mögliche
Juan: Ich meine, fühlst du überhaupt die Welt, die dich umgibt?
Castaneda: Ich fühle so viel von der Welt, wie ich kann
Juan: Das ist nicht genug. Du musst alles fühlen, sonst verliert die
Welt ihren Sinn. Soweit ich sehe, versuchst du an deinen Argumenten
festzuhalten, obwohl sie dir nichts einbringen. Du möchtest da bleiben,
wo du bist, sogar auf Kosten deines Wohlbefindens.
Castaneda: Ich weiss nicht wovon du sprichst.
Juan: Ich spreche über die Tatsache, dass du nicht vollkommen bist. Du
hast keinen Frieden." (CASTANEDA, Eine andere Wirklichkeit, S. 9/10)
Seine Eigenart, als Anthropologe ständig Notizen und Mitschriften
von Gesprächen anzufertigen, behielt Castaneda über all die Jahre
seiner Lehrzeit bei; auch wenn die neuen Aufgaben in seinem Leben immer
weniger mit seinen Studien zu tun hatten, denn mit der Suche nach
innerem Frieden. Elf Bücher sind über diese Zeit veröffentlicht worden.
Magische Bewegungen
Eine der vielen Lehren, welche Castaneda zu diesem Frieden führen
sollte, war das Praktizieren gewisser körperlicher Bewegungsübungen.
Diese Bewegungen wurden nicht erfunden, sondern von alten Schamanen
dieser Tradition während rituellen Praktiken in gesteigertem
Bewusstsein und Trancezuständen entdeckt.
Bestimmte Körperhaltungen und Bewegungen taten ihnen in diesen
Zuständen so wohl, waren stärkend und energiespendend, dass die
Aufgabe, diese Technik auch im aussermeditativen Zustand anzuwenden, zu
einem Mittelpunkt wurde. Unglaubliche Entwicklungen folgten. Die
geistige und körperliche Leistungsfähigkeit der Praktizierenden wuchs
und die Wirkung auf das Bewusstsein und die Wahrnehmung war nachhaltig.
Heute
Nachdem dieses Wissen über viele Generationen nur an eingeweihte
Schamanen und Nachfolger der traditionellen Linie während geheimer
Riten weitergegeben wurde, ist nun diese Vorgehensweise durch die
Generation Carlos Castanedas aufgehoben worden. Eine andere Absicht
wurde geboren und in den Schoss dieser Bewegungen gelegt.
Castaneda hat auf der Basis der Magischen Bewegungen, wie sie ihm durch
seinen Lehrer Don Juan Matus über viele Generationen weiser Männer von
den altmexikanischen Schamanen übermittelt wurden, eine Bewegungslehre
ausgearbeitet, die er Tensegrity nennt. Die Tensegritybewegungen sind
nicht primär als körperliche Ertüchtigung zu verstehen, sondern als
Versuch, ein optimales Harmoniegefühl zu erreichen, Alltagseinflüsse
soweit wie möglich auszuschalten und innere Stille zu finden.
Die Zauberer waren der Meinung, dass alle Menschen ein angeborenes
Energiepotenzial besitzen. Dieses gilt es jedoch nicht zu erweitern, ja
dieser Versuch sei sogar unmöglich. Denn jene Kraftansammlung genüge
vollkommen aus, um die Parameter des normalen Bewusstseins und der
Wahrnehmung zu durchbrechen, um dann vorstossen zu können in
unvorstellbare Welten. Einzig die ungenutzten Energien, welche so oft
brach in unserem Energiekörper liegen, gilt es zu beleben, aufzuwirbeln
und zurück an den wahrhaftigen Wirkungsort zu führen. Körperliches und
geistiges Gleichgewicht, erreicht durch die Umverteilung der
vorhandenen Energien.
"Es ist, als ob die Uebenden durch die Bewegungen eine ungenutzte
Verbindung mit der Kraft, die sie am Leben hält, wieder
aktivieren."(CASTANEDA, Tensegrity, S. 20)
Die Tensegrityübungen, die Castaneda in sechs Serien unterteilt, bieten
Bewegungsabläufe, die jeder, unabhängig von Alter, Statur und
physischer Kondition durchführen kann.
TENSEGRITY ist Carlos Castanedas Aufforderung zum Mitmachen!
Quellen und Verweise
Carlos Castaneda: Eine andere Wirklichkeit - Neue Gespräche mit Don Juan, ISBN 3-596-21616-8
Carlos Castaneda: Das Wirken der Unendlichkeit, ISBN 3-596-14740-9
Carlos Castaneda: Tensegrity - Die magischen Bewegungen der Zauberer, ISBN 3-10-010214-2
Informationen unter http://www.carlos-castaneda.de/
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