Taoistische Liebeskunst nach Mantak Chia

Die Sexualenergie ist eine Energiequelle,

die sich extrem schnell im Körper aufbauen lässt und ebenso schnell flüchtig ist. Entstanden als ein Zweig chinesischer Medizin, bietet die taoistische Liebeskunst, wie sie von Mantak Chia in zahlreichen Büchern und Seminaren gelehrt wird, grade Männern einen Weg, diese Energie zu nutzen und zu transformieren; mit positiven Auswirkungen auf Gesundheit, Liebes- und Beziehungsleben.

Der wesentliche Punkt in der Praxis

der taoistischen Liebeskunst ist für den Mann die Trennung von Orgasmus und Ejakulation. Dies ist mittels verschiedener Übungen möglich, beginnend bei der einfachen Stärkung der Muskulatur während des Urinierens, über die Technik des Fingerverschlusses bis hin zum mental-feinstofflichen „grossen Zug“. Dabei handelt es sich hier nicht um reine Techniken sondern wirkliche Kunst: wesentliche Bestandteile oder Begleiterscheinungen dieser Praxis sind das Kennenlernen des eigenen Körpers – womöglich von bislang tabuisierten Zonen und damit einhergehenden Blockaden -, das Erleben und Vertiefen der eigenen Sexualität und eine grundlegende sexuelle Emanzipation des Mannes. Nicht die Partnerin, ihr Fehlen oder sonstige Umstände sind für Glück oder Unglück in der Sexualität verantwortlich, sondern „Mann“ selbst.

Warum diese Trennung?

Mantak Chia beschreibt die männlichen Samenzellen wie winzige Motoren, ein biologisches Kraftwerk im männlichen Körper. Da sie für das Fortbestehen der Spezies unabdingbar sind, räumt die Natur ihrer Produktion höchste Priorität ein. Für einen 18jährigen mag dies keine grosse Bedeutung haben. Im fortgeschrittenen Alter kann sich sowohl das Fehlen dieser Energielieferanten als auch der Abzug der an anderer Stelle benötigten Ressourcen negativ auf Gesundheit und Vitalität auswirken.

Ebenso kennen viele Männer (und ihre Frauen) den Ermüdungseffekt nach dem „Kommen“ und das sich oftmals daran anschliessende Einschlafen. Die Länge des Aktes bemisst sich oftmals genau daran, ungeachtet der Tatsache, dass die Partnerin aufgrund ihrer anders gearteten Erregungskurve vielleicht unbefriedigt zurückbleibt. Was, wenn Mann statt dessen den Genuss des Höhepunktes erleben kann, ohne die Lust auf seine Partnerin zu verlieren und dies gar mehrmals hintereinander? Und im Anschluss seine überquellende Vitalität zur Verfügung hat, sei es, um die Nähe mit seiner Partnerin zu geniessen oder sie anderweitig zu nutzen?

Der Ausdruck Liebeskunst

weist auch darauf hin, dass es hier nicht um blosse Technik geht, die womöglich häufig wechselnden Geschlechtsverkehr fördert. Der Liebesakt mit einem Menschen bedeutet das gegenseitige Teilen der eigenen Energien mit offenem Herzen. Dass dies kaum mit x-beliebigen Partnern oder gar bezahlten Kräften möglich ist, liegt nahe – hier besteht die Gefahr, unerwünschte bzw. schädliche Energien aufzunehmen.
Und natürlich eignet sich die taoistische Liebeskunst sowohl für schwule als auch für heterosexuelle Paare. Wenn frau bereit ist, sich tiefer auf ihre Sexualität einzulassen und „sexuelles Kung Fu“ zu betreiben, kann es durch die wechselseitige Öffnung der kleinen Energiekreisläufe von zwei Liebenden „zur wahren Verschmelzung der sexuellen und spirituellen Energie“ (S. 193) kommen, zum Erlebnis des Eins-werdens.

Quellen und Verweise

CHIA, Mantak / ARAVA, Douglas Abrams: Öfter, länger, besser, Sextips für den Mann, Der Multi-Orgasmic-Man, München 1997
CHIA, Mantak: Tao Yoga der Liebe, Der geheime Weg zur unvergänglichen Liebeskraft, München 2000
CHIA, Mantak und CHIA, Manewaan: Tao Yoga der heilenden Liebe, Der geheime Weg zur weiblichen Liebesenergie, München 2000

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Doerr Frank

Veröffentlicht von

Jahrgang 1963, Dipl.-Sozialpädagoge, ehemaliger Dozent an der FH Frankfurt, Journalist (bdfj), Autor. Veröffentlichungen von Fachbüchern und CDs in Deutschland, Tschechien und USA. Geschäftsführer einer Online-Marketing Agentur, Veranstalter der Reiki Convention und Chefredakteur von Reiki-land.de.

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