Paracelsus

Philippus Theophrastus Bombast von Hohenheim,

genannt Paracelsus (1493-1541), gilt als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Medizingeschichte. Er war Arzt, Philosoph, Theologe, Pharmazeut, Dozent, Alchimist, Mystiker und Naturforscher. Er wurde 1943 in Maria-Einsiedeln in der Schweiz geboren. Sein Vater Wilhelm Bombast von Hohenheim war Naturforscher und Alchimist. Er gab seinem Sohn nach dem bekannten griechischen Botaniker und Mineraloge Theophrastus, einem Freund und Schüler Aristoteles, den Namen Theophrast in der Hoffnung, dass sein Sohn ebenso berühmt werden würde. Theophrast von Hohenheim nannte sich später selbst Paracelsus.

Paracelsus wurde von seinem Vater in die Geheimnisse der Pflanzen- und Tierwelt eingeführt, besuchte Klosterschulen und studierte zunächst in Ferrara Medizin. Er besuchte weitere Universitäten z. B. in Wien und Bologna. Das reine Bücherstudium reichte ihm jedoch nicht aus, daher vermehrte er sein Wissen durch eine ungefähr zehn Jahre andauernde Wander- und Lernzeit, die ihn durch ganz Europa führte. Doch sein wichtigstes Lebensgebiet blieb der süddeutsche, schweizerische und österreichische Raum. Auf seinen Reisen beobachtete er die Natur und den Himmel und fand dort die Offenbarung des Göttlichen.

Die vier Säulen der Heilkunst

Die Heilkunst sollte nach Paracelsus aus den vier Säulen bestehen: Astronomie, Philosophie, Alchimie und Tugend:

  • Astronomie umfasste in diesem Sinne u. a. das übersinnlich Wahrnehmbare, die Interpretation der energetischen Struktur des Kosmos und die Übereinstimmung kosmischer Phänomene mit der Natur.
  • In seiner Philosophie erläuterte Paracelsus seine Erkenntnisse über die Materie als beseelte Natur, die Signaturenlehre sowie die Ordnungskräfte, aus denen sich die Natur aufbaut. Wichtige Bestandteile dieser Ordnungskräfte waren für Paracelsus die vier Elemenenkräfte Feuer, Wasser, Erde und Luft, die mit den drei Prinzipien Sulfur (das Beseelte), Mercurius (das Vergeistigte) und Sal (das Geformte) in Beziehung stehen.
  • Unter der Alchimie verstand Paracelsus besonders die Nachahmung natürlicher Prozesse und die Vervollkommnung der Natur im Labor. Außerdem die Kunst mit den Elementarkräften zu arbeiten, die Auflösung materieller Strukturen und Freisetzung des Geistigen (Spagyrik) sowie die Herstellung hochwirksamer Arzneien (Arkana).
  • Die Tugend (Virtus) steht schließlich als tragende Säule für die Integrität des Heilers, die tätige Nächstenliebe und die Wege des Heilens.

„Daher ist nicht in dem, den der Mensch erwählt, sondern in dem, den Gott erwählt, die Arznei. Er kennt den Arzt in seinem Herzen und achtet nicht auf seinen Grad, auf seine Hochschule, auf seinen Pomp, auf seinen Namen, auf seinen Brief und Siegel, sondern er achtet auf den Barmherzigen und dem gibt er die Arznei.“ (PARACELSUS II, S. 289)

Paracelsus sagte seinen Tod auf den Tag genau voraus, doch ist bis heute umstritten, ob er eines natürlichen Todes starb oder ermordet wurde. Paracelsus wurde 1541 auf dem Friedhof von St. Sebastian in Salzburg beigesetzt. Dort ist noch heute sein ehrenvolles Denkmal zu finden, mit den Worten:

Hier liegt begraben Philippus Theophrastus, der berühmte Doctor der Medizin, welcher die schwersten Wunden, Aussatz, Gicht, Wassersucht und andere unheilbare Infektionen in wunderbarer Kunst behob. Alle seine Güter vermachte und vererbte er den Armen und vertauschte am 24. September 1541 sein Leben mit dem Tode.

Quellen und Verweise

ASCHNER, Bernhard: PARACELSUS. Sämtliche Werke in vier Bänden. Jena 1926.
HARTMANN, Franz: Paracelsus als Mystiker. München 1963.
KAYSER, Hans: Schriften Theophrasts von Hohenheim genannt Paracelsus. Leipzig 1924.
RADEMACHER, Johann Gottfried: Rechtfertigung der von den Gelehrten misskanten verstandesrechtlichen Erfahrungsheilkunde der alten scheidekünstigen Geheimärzte. In zwei Bänden. Berlin 1848.
RIEMANN, Gerhard: Paracelsus: Die Geheimnisse. Ein Lesebuch aus seinen Schriften. München 1990.
RIPPE, Olaf/ MADEJESKY, Margret/ AMANN, Max/ OCHSNER, Patricia/ RÄTSCH, Christian: Paracelsusmedizin. Altes Wissen in der Heilkunst von heute. Philosophie – Astrologie – Alchimie – Therapiekonzepte. Aarau 2001.
SCHLEGEL, Emil: Paracelsus in seiner Bedeutung für unsere Zeit. Heilkunde, Forschungsprinzipien, Religion, Der zehnte Huserband. Tübingen 1922.
SURYA, G. W.: Die Spagyriker: Paracelsus – Rademacher – Zimpel. Berlin 1923.
WOLFRAM, Elise: Die okkulten Ursachen der Krankheiten. Dornach 1991.

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Dörr Diana

Veröffentlicht von

Jahrgang 1970. Heilpraktikerin, Autorin. Erste Einstimmung in Reiki 1995, seit 2004 Reiki-Lehrerin. Seit 2000 in eigener Heilpraxis in Bad Homburg tätig. Therapien: Klassische Homöopathie, Signaturzellheilung, Reiki, Rückführungstherapie und schamanische Heilrituale. Ausbildungen u.a. in Reiki, Schamanischen Heilrituale und Signaturzellheilung. Buchveröffentlichung: 2011 Der Steg nach Tatarka. Spiritueller Roman über die Heilung von Traumata aus früheren Leben durch Rückführungen und schamanische Heilweisen.

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