Schamanismus |
| Geschrieben von: Frank Doerr |
| Samstag, den 11. Mai 1996 um 09:03 Uhr |
Schamanismus ist eine Art ekstatischer Naturreligionund uralt. Dieser Weg ist nicht für jeden gangbar. Denn gerade aufgrund von lebensgefährlichen Prüfungen wie schwerer Krankheit, langem Fasten oder den Erfahrungen eines Drogenrausches gewinnt der Schamane Einsicht in höhere Ebenen und Zusammenhänge. Dadurch erlangt er seine Fähigkeit des Heilens (vgl. SCHWARZ/SCHWEPPE/PFAU, 129f). Schamanen sind die Vorläufer von Heilern mit verfeinerten Methoden wie beispielsweise den Druiden der keltischen Kultur oder den Medizinmännern der Indianer. Weitentwickelte schamanistische Einweihungssysteme können Pflanzen- und Heilkunde, ein breites Spektrum von Körper- und Geistesübungen zur persönlichen Entwicklung und Gesundung sowie Musik und Tanzrituale umfassen. Ihnen liegt stets eine weltanschauliche Theorie bzw. ein Lebensverständnis zugrunde, das den Schamanen und seine PatientInnen als Teil eines großen Ganzen sieht, dessen Teile alle miteinander in Wechselbeziehung stehen. Es bestehen große Ähnlichkeitenzwischen Schamanismus und Psychotherapie: "Schamanen benutzten therapeutische Methoden wie Gruppenarbeit, Psychodrama, Traumdeutung, Suggestion, Hypnose, gelenkte Imagination und psychedelische Therapie schon Jahrhunderte, bevor sie von modernen Psychologen wiederentdeckt wurden"(CAPRA, 344). Allerdings mit dem bedeutsamen Unterschied, daß erstere mit dem kollektiven und gemeinschaftlichen, letztere mit dem individuellen Kontext arbeiten. Es existieren auch alte kultische Einweihungswege, die ausschließlich Frauen vorbehalten sind, und über die ich mangels Wissen und - logischerweise - persönlicher Erfahrung nicht berichten kann. Quellen und Verweise
CASTANEDA, Carlos: Die Kraft der Stille - Neue Lehren des Don Juan, Frankfurt
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