Dies ist ein Sammelbegriff
für Techniken zur Aktivierung und Programmierung des eigenen
Gehirns, oftmals mit Hilfe von Maschinen. Darunter lassen sich
verschiedene Methoden subsumieren, die ich im folgenden kurz anreiße.
Alle hier aufgezählten Methoden haben eine Stimulierung der
Gehirnfunktionen zum Ziel. Meßbares Zeichen der Gehirnfunktion sind die
Gehirnwellen. Sie werden aufgrund ihrer Frequenz und Entsprechungen in
vier Bereiche unterteilt:
"BETA WELLEN (13-30 Hz) sind charakteristisch für eine nach außen
gerichtete Konzentration. Wach, gespannt, alarmbereit.
Logisch-analytisches Denken, aber auch Assoziationen zu Unruhegefühlen,
Streß, Ärger und Furcht.
ALPHA WELLEN (8-12 Hz) sind charakteristisch für einen entspannten
Zustand, besonders im Stadium zwischen Wach- und Schlafzustand.
Kennzeichnend dafür: wohlige Entspannung ohne Schläfrigkeit, Gefühl von
Integration von Körper und Geist. Entstehen auch beim Schließen der
Augen.
THETA WELLEN (4-7 Hz) sind charakteristisch für bestimmte
Schlafphasen, tiefe Meditation, aber auch für viele Geisteskrankheiten.
Sie werden mit gesteigerter Kreativität verbunden, ungewöhnlichen
Problemlösungen, Zugang zu versteckten Prägungen und Abschalten der
Denktätigkeit.
DELTA WELLEN (1-3 Hz) treten hauptsächlich im Tiefschlaf auf,
werden im Wachzustand nur selten erlebt. Entsprechende psychische
Zustände sind: tiefer, traumloser Schlaf, Trance und Tiefenhypnose,
aber auch Heilung und Selbstregeneration." (PIEPER in BERGER/PIEPER, 27)
2.2.1 Biofeedback
Mit Hilfe elektronischer Meßgeräte wird die Wahrnehmung der eigenen
autonomen Körperprozesse verstärkt. Vorgänge wie Atmung, Pulsfrequenz,
Herzschlag, Blutdruck, Hauttemperatur, Intensität und Form der
Gehirnwellen, Muskelspannung und Hautwiderstand werden optisch bzw.
akustisch zurückgemeldet. Aufgrund dieser Informationen kann der
Anwender die Ausgangssignale willentlich beeinflussen, es wird eine
positive Rückkopplung erzeugt. Optimale Einsatzmöglichkeiten liegen in
der Rehabilitationsmedizin oder Migränebehandlung (ebd. 22f).
2.2.2 Frequenz-Folge-Reaktion (FFR)
Einige Maschinen arbeiten mit optischen und akustischen Signalen,
auf deren Rhythmus sich das Gehirn einschwingt; eine Methode, welche
die Tibeter schon benutzten. Ziele sind Entspannung, Erhöhung der
Kreativität, Traumreisen etc. (vgl. DIEHL/DRAGMANLI in BERGER/PIEPER,
12f)
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2.2.3 Elektrische Impulse
Solche werden durch Elektroden an den Ohrläppchen übertragen und
liegen im Mikroampère-Bereich. Anwendungsbereiche: Drogentherapie,
Entspannung, Stärkung von Lern- und Erinnerungsfähigkeit
2.2.4 Hemisphärensynchronisation (HemiSync)
Über Kopfhörer werden den Ohren Frequenzen eingespielt, die leicht
unterschiedlich sind. Das Gehirn schwingt sich dann auf die
Differenzfrequenz ein (rechts 400 Hz und links 410 Hz ergibt die
Differenz von 10 Hz, also entspannten Alpha-Zustand). Dies soll die
Zusammenarbeit zwischen den Gehirnhälften verbessern und fördert
Entspannung, Visualisierung, Konzentration und Harmonisierung.
2.2.5 Neuro-linguistische Programmierung (NLP)
Neben subluminalen Botschaften ist NLP eine Möglichkeit, durch das
gesprochene Wort Veränderungen im Verhalten einer Person oder
unterschiedliche Bewußtseinszustände hervorzurufen. Alte Programme, wie
beispielsweise Phobien, werden überlistet, indem Hilfsprogramme
dazwischengeschoben werden, die helfen sollen, den Teufelskreis zu
durchbrechen. Befürworter dieser Technik meinen, daß relativ wenige
NLP-Sitzungen leistungsfähiger sein können als viele Jahre
psychoanalytischer Behandlung.
Ich konnte selbst schon erfahren,
daß einige der aufgeführten Methoden funktionieren. Doch stören mich zwei Dinge:
Zum einen ist der Mensch (außer bei NLP) wieder einmal technischen
Geräten ausgesetzt, die unser Leben in großem Maße bestimmen. Für die
einen mag dieser Reiz den Zugang ermöglichen, die anderen hält ein
mulmiges Gefühl eher ab. Die Hersteller versprechen allerdings, daß
diese Geräte sich mit der Zeit selbst überflüssig machen, da das Gehirn
lernt, auch ohne Maschinen die gewünschten Bewußtseinszustände zu
erreichen.
Zum anderen sollen diese Geräte den schnelleren Weg zum Erreichen
von Zuständen erweiterten Bewußtseins ebnen. "Wenn eine kostengünstige
kleine Maschine uns innerhalb von Minuten an jenen Ort bringen kann,
den zu erreichen ansonsten große Anstrengungen über Tage, Wochen und
Monate hin erforderlich sind, dann würden sich die meisten von uns für
die Maschine entscheiden" (HUTCHINSON in BERGER/PIEPER, 121).
Hier sehe ich ähnliche Gefahren wie bei Halluzinogenen, mit dem
wesentlichen Unterschied, daß die Sache bei Mind-Machines wesentlich
kontrollierbarer bleibt. Doch gilt hier ähnliches: "Veränderte
Bewußtseinszustände sind nicht einfach eine Lösung für die Probleme von
Menschen, die ihr soziales Umfeld nicht mehr unter Kontrolle haben.
Diese Menschen können mit den Mind Machines nicht einfach ihre Probleme
aus der Welt schaffen." (ebd., 23)
Quellen und Verweise
BERGER, Lutz / PIEPER, Werner (Hg.): Brain-Tech - Das Buch. Löhrbach 1989
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