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Systemische Ansätze - Der integrale Ansatz von Ken Wilber
Geschrieben von Max Peschek   
Montag, 13 Januar 2003

Ken Wilber wird gelegentlich als einer der "umfassendsten philosophischen Denker unserer Zeit"

bzw. als "führender integrativer Denker der Postmoderne" bezeichnet. Ihm gelang es, in einer Reihe vielbeachteter Bücher die Verbindung westlicher Modelle der Entwicklungspsychologie mit Stufen östlicher spiritueller Entwicklung herzustellen und er konnte aufzeigen, wie sie sich gegenseitig ergänzen und bedingen. Bei der Betrachtung verschiedener Fachgebiete wie Kunst, Psychologie, Feminismus oder Ökologie gelingt es ihm, auf eine Ebene der Abstraktion zurückzugehen, auf der Gemeinsamkeiten zwischen widerstreitenden Ansätzen sichtbar werden. Wilber's Arbeit ist wie eine Landkarte, eine integrale Sichtweise der modernen und postmodernen Welt, eine Vision, die das Beste alter Weisheit mit dem Besten moderner Erkenntnis verbindet.

Eine der bedeutendsten Leistungen Wilber's

liegt in der Vereinigung der westlichen Entwicklungspsychologie - Selbstentwicklung hin zum Individuum - mit der östlichen Spiritualität, welche bewandert ist in Selbst-Entwicklung, die über das Individuum hinausgeht. Nach den körperlichen, emotionalen und mythischen Weltsichten der Kindheit (präpersonal) entsteht die rationale Weltsicht des Erwachsenen (personal); danach ist der Weg frei für die Entwicklung des inneren Zeugen, der über die Ebenen Seele und formlose Mystik schließlich sich selbst auflöst (transpersonal) - vorausgesetzt, man praktiziert ernsthaft transpersonale Verfahren.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit,

die partiellen Wahrheiten konkurrierender Ansätze zu vereinigen, entwickelte Ken Wilber einen Vier-Quadranten-Ansatz. Diese vier Quadranten unterscheiden einerseits in innerlich und äußerlich, andererseits in individuell und sozial. Damit haben wir vier Dimensionen: Innerlich-individuell, äußerlich-individuell, innerlich-sozial und äußerlich-sozial, mit denen wir Phänomene der inneren und äußeren Welt beschreiben können. Die Kombination der Quadranten und der Ebenen bildet den "Alle Quadranten, Alle Ebenen"-Ansatz, eines der kraftvollsten Werkzeuge integralen Denkens, welches die höchste zur Zeit bekannte personale Entwicklungsstufe darstellt.

Eine kritische Masse der heute lebenden Erwachsenen

- vor allem der jungen Menschen - steht kurz davor, den Sprung in die integrale Bewußtseinsebene zu schaffen. Erst diese integrale Art zu Denken und zu Handeln wird dazu beitragen, funktionierende Lösungen für die Probleme unserer Gegenwart zu finden. Wir leben in einer aufregenden Zeit.

 

Quellen und Verweise

Literatur von Ken Wilber:

Einstieg:
Eine kurze Geschichte des Kosmos, Fischer, Frankfurt a. M. 1997
Mut und Gnade, Goldmann, München 1996
Einfach Das, Fischer/Krüger, Frankfurt a. M. 2001
Ganzheitlich Handeln. Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität, Arbor-Verlag, Freiamt 2001

Vertiefend:
Eros, Kosmos, Logos. Krüger, Frankfurt a. M. 1996
Halbzeit der Evolution, Fischer, Frankfurt a.M. 1996
Integrale Psychologie, Arbor-Verlag 2001
Naturwissenschaft und Religion. Krüger, Frankfurt a. M. 1998
Das Spektrum des Bewußtseins. Eine Synthese östlicher und westlicher Psychologie, Rowohlt, Reinbek 2000
Das Wahre, Schöne, Gute. Krüger, Frankfurt a. M. 1997
Wege zum Selbst. Östliche und westliche Ansätze zu persönlichem Wachstum, Goldmann, München 1991

Informationen zum Arbeitskreis Ken Wilber:
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Websites:
www.ak-kenwilber.de
www.integralinstitute.org
www.worldofkenwilber.com
wilber.shambhala.com
www.connection-medien.de/magazin/02mai/peschek.htm

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 17 Mai 2007 )
 
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